Teil eines Werkes 
16. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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Wie, rief Eginhard,ich nicht geliebt? Heili⸗ ges Abendroth, ich nicht geliebt! Hans, ſoll ich Dir Hiſtorien erzählen? In keinem Romane kann's toller hergehen, als in meiner erſten wahren Liebe. Mein Herz war ein Vulkan. Jetzt iſt's ausgebrannt; und was ich Dir vorhin von meinen Liebſchaften erzählte, iſt bloße Verzweiflung.

Bloße Verzweiflung?!

Ja, Verzweiflung mit Philoſophie vermiſcht.

War's denn eine glückliche oderunglückliche Liebe? fragte Johannes.

Eine unglückliche, tönte es dumpf.

Und haſt mir nie davon erzählt?

Eginhard fiel ſeinem Reiſegenoſſen um den Hals. O Hans, rief er,laß mich weinen, an treuer

Freundesbruſt heiße Thränen weinen; aber Hans ich beſchwöre Dich reiße alte, kaum verharrſchte Wunden nicht auf laß mich ſchweigen. Dem Jo⸗

hannes, der das Weſen ſeines Freundes nur zu gut kannte, war lange nicht ſo romantiſch zu Muthe als letzterer glauben mochte. Er war überzeugt, daß es mit dieſer unglücklichen Liebe nicht viel auf ſich habe; erfüllte aber Eginhard's Wunſch und fragte nicht weiter. Dieſer dankte gerührt mit den Worten: Laß dieſen Blick und Händedruck Dir ſagen, Was unausſprechlich iſt.

Unterdeß brach die Dämmerung tiefer herein und dichtere Flore ſanken auf den geſtorbenen Abend herab. Eginhard ſprach noch viel über Liebe, Tod und Un⸗ ſterblichkeit, als in der Ferne ein erleuchtetes Haus ſichtbar ward, und bald darauf Töne von Tanzmuſik durch die Stille des Abends daherwehten. Dieſe

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