Teil eines Werkes 
16. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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liegen ellendick auf den Fluren. Wir hören und ſe⸗ hen von alle dem Nichts. Aber mein dunkler Pa⸗ raxedes erzählt mir dafür von ſeiner fernen ſonnigen Heimath im lieblichen Keres. Abſeits der großen Straße liegt das freundliche Städtchen in heitrer Stille. Nur ſelten verirrt ſich ein Reiſender dahin wegen der Räuberbanden in den andaluſiſchen Gebir⸗ gen. Aber wer einmal dort geweſen, der erzählt wie aus Tauſend und einer Nacht von den herrlichen Bodegas, den großen Weinkathedralen von Keres. Da ſtehen in ſymmetriſcher Ordnung die Fäſſer zu tauſenden, und langſam wandelt man auf und ab, macht von Zeit zu Zeit Halt und ſetzt ſich rittlings auf ein Faß, wie der alte Silen. Dann koſtet man den ſüßen Paraxedes, den duftigen Muskatello und jene unvergleichlichen dunkelfarbigen Weine, die wohl ein halb Jahrhundert erlebt und deren Duft allein ein todtkrankes Weinküferherz vom Tode erwecken könnte. Während außerhalb Alles von der glühenden Hitze Spaniens verſenkt wird, herrſcht in den Bode⸗ gas eine ewige erquickende Kühle. Stoß an, Hans, Spanien lebe!

Aber das freie Spanien, fiel dieſer mit Wärme ein,das freie Spanien, auf dem kein Blut, keine Thränen und Flüche ermordeter Mauren, Inkas und Niederländer laſten. Unglückliches Land, unglickliche Sonne, die dieſe goldne Fluth kochte.

Politiſire nur nicht gleich, ſprach Eginhard, wir ſitzen ja nicht im Forv. Aber Du haſt Recht, ich bin Spanien auch nicht grün. War das ver⸗ wünſchte Land nicht, der große Kaiſer lebte noch und wir riefen heute noch Vive l'empereur! Nun ſei nicht böſe, fuhr er, Johannes die Hand hinreichend, fort; ich kenne ja wohl Dich Republikaner; aber ich kann

Srolſe, ſämmtl. Schriften. XVi. 2