Teil eines Werkes 
15. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 3. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

190

Wieder erfolgte eine tiefe Pauſe. Endlich ſprach Victorine in ſanftem, bittenden Tone:

O Freund, führen Sie uns wieder nach Helena und erzählen Sie weiter von unſerm großen unglück⸗ lichen Freunde.

Ruffus, der in ſeiner Erzählung bis auf die letz⸗ ten Lebenstage des Kaiſers gekommen war, kam der Bitte der Freundin gern nach.

Die letzten Tage Napoleon's, ſprach er,wa⸗ ren eben ſo groß, wie die glorreichſten Epochen ſei⸗ nes Lebens. Von ſeinem Tode überzeugt, lächelte er denen mitleidig zu, welche ihm dieſe Idee auszureden ſich bemühten.

Hier, hier iſt es, ſagte er zu ſeinem Arzte, dem Doctor Antvmarchi, indem er die Hand auf ſeine Bruſt legte. Der Arzt reichte ihm ein Flacon mit Alkali.

O nein, rief der Kaiſer,es iſt nicht die Schwäche, es iſt die Kraft, welche mich erſtickt, es iſt das Leben, welches mich tödtet.

Hierauf ſprang er an ein Fenſter, und zu dem wolkenloſen Himmel emporſchauend, ſagte er:

Siebenzehnter März an dieſem Tage vor ſechs Jahren waren Wolken am Himmel. Ach, ich wäre geheilt, wenn ich dieſe Wolken ſähe.

Und nun die Hand des Doetors ergreifend und an ſeinen Magen drückend:

Es iſt ein Fleiſchermeſſer, welches ſie mir da hineingeſtoßen und die Klinge in der Wunde abge⸗ brochen haben.

Kein Mittel kann mich hier heilen, fuhr er fort,aber mein Tod wird ein heilſamer Balſam für unſere Feinde ſein. Ich hatte gewünſcht, meine Ge⸗