Teil eines Werkes 
15. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 3. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

188

fort,haben wir ihn begraben im Thale von Gera⸗ nium, an der Quelle, deren Labetrunk ihn oft ge⸗ kühlt und wo fünf Trauerweiden ihre grünen Haare ſchattend herabfallen laſſen.

Eine tiefe Stille erfolgte; Alle hielten die Hände wie betend gefaltet.

Ruffus entfaltete nun ein Gemälde von den Lei⸗ den Napoleon's auf Helena und von der Größe, mit welcher der Mann des Jahrhunderts ſie ertragen. Oft ward der Erzähler von dem Weinen Victorinen's und Valerien's unterbrochen, während Eugen ob der Nie⸗ derträchtigkeit, mit welcher man den Kaiſer behandelt, ingrimmig die Hände ballte.

Unglückſeliges Waterloo, ſprach Georg,es war um eine Viertelſtunde gethan und wir hatten eine andre Weltgeſchichte, welche von der Schandthat, wie man ſie gegen den größten Mann der neueſten Zeit verübt hat, nichts wüßte. Welcher hölliſche Dä⸗ mon hatte nur den Marſchall Grouchy verblendet, daß er mit ſeiner Armee nicht zu Hülfe kam! Ich habe hierüber noch immer nicht in's Klare kommen können.

Auch in Europa, antwortete Ruffus,hat es über dieſen unbegreiflichen Fehler des Marſchall viel Hin⸗ und Widerreden gegeben. Die Sache iſt nach einſtimmiger Ausſage glaubwürdiger Angenzeugen dieſe. Grouchy hatte von Napoleon den gemeſſenen Befehl, die Preußen zu verfolgen. Er befand ſich am ver⸗ hängnißvollen achtzehnten Juni Mittags zwiſchen zwölf und ein Uhr auf der Mitte des Weges von Gemblour nach Wawre. Er hörte die furchtbare Kanonade von Waterloo und mußte alſo wiſſen, daß zwei große Ar⸗ meen mit einander im Kampfe ſich befänden. Der General Excelmann kommt herbei und ſtellt dem Mar⸗

ſchall vor: