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„Aber Freund,“ frug Eugen, als in Ruffus Er⸗ zählung eine Pauſe eingetreten war,„wie kam es nur in aller Welt, daß Du unſre vielfachen Zuſchrif⸗ ten, die wir in den erſten Jahren an Dich ſchickten, ſo ganz unbeantwortet ließeſt? Uns blieb endlich nichts übrig als Dich für geſtorben zu halten.“
„Die Sache iſt ſehr einfach,“ antwortete der Ge⸗
fragte,„weil keiner dieſer Briefe an mich gelangt iſt
und mir demnach auch Euer Aufenthalt völlig unbe⸗ kannt war. Ihr glaubtet mich in Frankreich. Dem war nicht ſo. Als ich von meinen Wunden der Wa⸗ terlover Schlacht hergeſtellt war, hatteſt Du als Ge⸗ ächteter bereits Dein undankbares Vaterland verlaſſen. Auch mir war daſelbſt nach des Kaiſers abermaliger Abdankung, nach der Rückkehr der Bourbonen, nach den zahlreichen Aechtungen der edelſten Männer, nach der Hinrichtung eines Ney und Labedoyere die Luft wie verpeſtet. Ich blickte nach meinem Vaterlande Deutſchland hinüber, da ſah es nicht viel freundlicher aus. Ich wollte mich eben nach Amerika einſchiffen, als mich der Gedanke an Ihn, den größten Unglück⸗ lichen des Jahrhunderts, bald meinen Entſchluß faſſen ließ. Durch engliſche Vermittelung gelang mir's auf Sanct Helena zu landen, und ſo ward mir das un⸗ ausſprechliche Glück, in ſeiner Nähe leben zu können bis im Mai dieſes Jahres.“
Dieſe Worte brachten auf die Anweſenden den tiefſten Eindruck hervor.
„O Du Glücklicher,“ rief Eugen in höchſter Be⸗ wegung,„Du kommſt von Ihm, wie geht es dem Kaiſer, unſerm großen unglücklichen Freunde?“
„Ihm iſt wohl,“ antwortete der Gefragte nach einer Pauſe in ſeltſamem düſteren Tone;„am neun⸗ ten des Monats Mai,“ fuhr er mit leiſer Stimme


