Teil eines Werkes 
15. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 3. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

184

derer durchirrte mit ſeltſamen Gefühlen dieſe Wunder⸗ welt des transatlantiſchen Himmels.

Nach mehrſtündiger Wanderung erreichte man das Ende des Waldes. Blauer Himmel blickte durch die Zweige und bald ſtanden die Wandrer am Abhange eines Thales, das ſich in reizender Abgeſchiedenheit, wie eine liebliche Idylle zu ihren Füßen dahinzog. Im Hintergrunde, wo dunkle Waldberge einen ſchir⸗ menden Wall gegen die Nordſtürme bildeten, ſtiegen weiße, gaſtliche Wohnhäuſer mit mannigfachen Wirth⸗ ſchaftsgebäuden in edlem franzöſiſchen Geſchmacke em⸗ por. Schattende Kaſtanienalleen, Silberbäche von Blu⸗ menufern umſäumt, wogende Getreidefelder und ſauber umzäumte Obſt⸗ und Blumengärten, wo die Blumen der alten und neuen Welt in ſtiller Eintracht neben einander blühten, gewährten der ganzen Landſchaft einen ſo maleriſchen Anblick, daß ſich der junge Eu⸗ ropäer nicht daran ſatt ſehen konnte.

Er ſchaute lange, wie trauernd auf das Thal herab, ein tiefer Seufzer entrang ſich ſeiner Bruſt. „Ja,“ ſprach er endlich aufathmend,„ich fühle es, hier könnte ich noch einmal froh werden.“

Der Neger ſchritt wieder voran. Man ging die Kaſtanienalleen entlang und erreichte den Hof des öſt⸗ lichen Herrenhauſes. Ein Hund ſchlug an und ein ſchöner blonder Knabe, welcher in dem angrenzenden Baumgarten mit der Armbruſt nach dem Ziele ſchoß, rief ein keckes„Oui vive!“ Doch ſo wie er den Ne⸗ ger erſchaute, warf er ſein Geſchoß von ſich und eilte dem Schwarzen mit kindlicher Freude entgegen.

In demſelben Augenblicke trat ein hoher ſtattlicher Mann, gebräunt von der transatlantiſchen Sonne, in ſtattlicher Jägerkleidung hinter einer blühenden Aga⸗ vepflanzung hervor. Er kam dem Europäer entgegen