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Der Ceremonienmeiſter meldete jetzt Seine Ex⸗ cellenz den Miniſter der Finanzen.
„Iſt's nicht bald Zeit zum Diner?“ frug Ludwig.
„Sire,“ antwortete die Herzogin von Angoulème, „noch fehlen reichlich anderthalb Stunde.“
„Sonderbar,“ ſprach Seine Majeſtät,„hätte ge⸗ glaubt, es müſſe weiter ſein in der Zeit. Was will der Finanzminiſter? Er mag kommen.“
Der Genannte trat mit ziemlich gefülltem Porte⸗ feuille in das Zimmer. Als der König die vielen Papiere erſchaute, ſeufzte er tief.
„Das wird wohl lange dauern?“ frug er,„ich fühle mich heute erſchöpft.“
„So Ew. Majeſtät zu befehlen geruhen,“ ſprach der Miniſter, werde ich in einigen Tagen—“
„Nein,“ meinte Ludwig;„was gibts? Iſt viel zu unterſchreiben?“
„Ein Federzug, Sire,“ tröſtete der Miniſter;„es betrifft die Entſchädigung der getreuen Diener Ew. Majeſtät, für das zwanzigjährige Mißgeſchick im Aus⸗ lande. Ein Theil hat erträgliche Aemter, die übri⸗ gen entſprechende Penſionen erhalten.“
„Wie hoch beläuft ſich die Summe?“ frug der König.
„Gegen fünf Millionen Franken,“ antwortete der Miniſter.“
„Das iſt Viel, ſehr Viel,“ bemerkte Ludwig,„ich dächte, für die nicht zu große Anzahl wäre die Hälfte jener Summe hinreichend geweſen.“
„Aber bedenke, mein König,“ ſprach die Herzogin von Angoulème,„daß Treue und Ergebenheit nie zu hoch belohnt werden können.“
„Mir ſcheint aber,“ ſprach der König, indem er die Namensliſte der zu entſchädigenden Emigranten


