Teil eines Werkes 
14. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 2. Band (1854)
Entstehung
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Der Oberceremonienmeiſter meldete jetzt den Her⸗ zog von Berry und die Herzogin von Angouléme.

Meine Herren, ſprach der König zu Blacas und dem Beichtvater,ich kann Ihnen nicht in allen Dingen Recht geben; doch werde ich Ihre Vor⸗ ſchläge in Erwägung ziehen. Seien Sie überzeugt, daß wenn es die Umſtände gebieten, ich davon Ge⸗ brauch machen werde. Die Franzoſen haben mich bis jetzt nur als milden Vater kennen gelernt. Miß⸗ brauchen die Undankbaren meine Güte, wohlan, kann ich auch als geſtrenger Herrſcher auftreten. Nimmer ſoll es unter meiner Regierung den Böswilligen ge⸗ lingen, die Flamme der Revolution von Neuem an⸗ zuſchüren. Wo Güte nicht fruchtet, muß nachſichts⸗ loſe Strenge herrſchen. Dies iſt meine Anſicht. Ver⸗ laſſen Sie ſich darauf, meine Herren!

Er winkte, die beiden Rathgeber entfernten ſich und der Herzog von Berry nebſt der Herzogin von Angoulème traten in das Gemach.

Als die Prinzeſſin den König erſchaute, ſchritt ſie ſchnell auf ihn zu und kniete vor ihm nieder.

Gerechtigkeit, mein König, flehte ſie,Gerech⸗ tigkeit!

Couſinchen, frug Ludwig,was hat man Dir gethan?

So eben erhalte ich das Verzeichniß der Gela⸗ denen für das nächſte Hoffeſt, fuhr die geiſterbleiche Dauphine fort;es iſt nicht möglich, mein König, das kannſt Du nicht geſehen haben. Das iſt durch beiſpielloſen Betrug ohne Deine Einwilligung abge⸗ faßt.

Aber der Blacas hat mir es von A bis Z vor⸗ geleſen, ſprach Ludwig.

Unmöglich, unmöglich, rief die Herzogin;ich