Teil eines Werkes 
14. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 2. Band (1854)
Entstehung
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die ſchuldige Achtung vor einer geheiligten Majeſtät auf das Schreiendſte verletzt zu finden.

Der König ſaß in Gedanken verſunken auf ſei⸗ nem Rollſtuhle. Sein Beichtvater fuhr fort:

Wir dürfen nur einen Blick rückwärts werfen. ſprach er,um uns von den Nachtheilen, welche die Preßfreiheit über Frankreich gebracht hat, auf das Au⸗ genſcheinlichſte zu überzeugen. Würde es jenen gott⸗ und tugendloſen Seriblern des vorigen Jahrhunderts, jenen Voltaire's, Diderot's, Montesquiens, Rouſſeau's, und wie die Geiſeln der Menſchheit heißen, gelungen ſein, mit ihren giftgeſchwollenen Federn halb Europa in Brand zu ſtecken, alle Tugend und Ehrfurcht vor dem Heiligen daraus zu vertreiben, wenn eine wohl⸗ thätige Cenſur das Uebel im Keime erſtickt hätte? Nicht in jener berüchtigten Nationalverſammlung von Neunundachtzig ſoll man die Anſtifter der Revolution ſuchen, ſondern lediglich in jenen frevelnden Serib⸗ lern, welche zuerſt die Grundfeſten der Kirche und des Staats zu untergraben ſich erfrechten.

Der König ſaß noch immer ſchweigend da. End⸗ lich ſprach er:

Voltaire und Rouſſeau haben die Revolution nicht allein gemacht. Der Adel und die Geiſtlichkeit trugen auch ihr Theil.

Der Beichtvater warf bei dieſen Worten einen ſchmerzlichen Blick auf Blacas. Dieſer Miniſter ſuchte den kühnen Satz Ludwig des Achtzehnten ſo ſchonend als möglich zu widerlegen. Der Beichtvater ſtand ihm wacker bei. Die Beiden blieben bei ihrer Meinung, daß die Vertreibung der Jeſuiten und die Lehren der neuern franzöſiſchen Philoſophie allein Schuld an der ſpätern Staatsumwälzung und der damit verbunde⸗ nen Gräuel trügen.