164½
Dich für dieſe weiſe Maßregel ſegnen. Laß die Bö⸗ ſen geifern, es wird ein Geziſch geben, wie das der Schlangen, denn die Zahl der Böſen iſt nicht ge⸗ ring; aber Muth und Beharrlichkeit vermag viel und die Saat wird bald aufgehen. Dann haben wir ge⸗ wonnen, denn nur dadurch, daß wir die Gemüther der Franzoſen wieder dem Himmel zuwenden, iſt das Gift der Revolution, von welchem noch Viele verpe⸗ ſtet ſind, zu vertilgen, und wem wäre hierzu größerer Beruf geworden, als jenem heiligen Orden?“
„Ich will mir die Sache überlegen,“ entſchied der König nach einer Pauſe.
„So möge Gott Dich erleuchten, Sohn des hei⸗ ligen Ludwig,“ ſprach mit Salbung ſich erhebend, der Beichtiger;„möge Dich der Gedanke mit Flammen⸗ lettern überall umſchweben, daß nur dieſe große und weiſe Maßregel zum Alleinigbeſten führen kann.“
„Auch ich, großer König,“ begann jetzt der Mi⸗ niſter Blacas,„nahe mich mit einer Bitte, in deren
Erfüllung ich allein Heil für Dich, Dein königliches
Haus und für Frankreich erblicke—“
Der Miniſter hielt nach dieſen Worten ehrfurchts⸗ voll inne.
„Sprich Dich frei aus, mein Freund,“ ermunterte Ludwig. „Sire,“ ſprach Blacas, gleichfalls in beſchwören⸗ dem Tone,„ſuche Dich nach und nach von jenen Feſ⸗ ſeln zu befreien, die Du Dir aus angeborner Her⸗ zensgüte ſelbſt auferlegt haſt. Alle, die es wahrhaft gut und treu mit Dir meinen, ſind von dieſer Wahr⸗ heit durchdrungen; binde Dich künftig nicht länger an die ſchweren Hemmketten der jetzigen Verfaſſung, die man nur mißbraucht, Dein Anſehn zu verletzen, Deinen Thron zu untergraben; Sire,“ fuhr der Mi⸗
8.


