den ſollte, wenn Eugen mir untreu würde. Ich glaube, ich ſtürbe auf der Stelle.“
Frau Laroſe kam jetzt auf die beiden Mädchen zu.
„Ein neuer Wagen,“ ſprach ſie nicht ohne Zittern; „wenn ich mich nicht ganz getäuſcht habe, ſitzen Gensd⸗ armen darin.“
Im gleichen Augenblicke eilte auch der Banquier daher.
„Da haben wir die Beſcheerung,“ rief er,„ein Brigadier mit zwei Polizeibeamten iſt angelangt. Gutes bringen dieſe gewiß nicht. Ich ahne die Urſache ihres Beſuchs; hoffentlich, daß ſie ſich mit der Perſon des Bar⸗ banegre begnügen, der die Feſtnahme auch verdient hat.“
Die drei Frauen waren von heftigem Schrecken er⸗ griffen. Normand tröſtete, ſo gut es gehen wollte, und begab ſich nach dem Schloßhofe, wo die Polizei⸗ beamten ſo eben aus dem Wagen ſtiegen.
Als das Kleeblatt von dem Banquier in das Schloß geführt worden war, begann der Brigadier den Grund ſeiner Sendung mitzutheilen.
„Mit wahrhafter Indignatin,“ ſprach er,„hat das hohe Polizeiminiſterium in Erfahrung gebracht, daß auf dieſem Schloſſe, Herr Banguier, über welches Sie der⸗ malen zu gebieten haben, Handlungen vorgenommen werden, welche der gegenwärtigen Regierung geradezu Hohn ſprechen und darum höchſt verbrecheriſch genannt werden müſſen. Wir find daher gekommen, uns über das Nähere zu erkundigen und die Schuldigen zur gebührenden Verantwortung zu ziehen.“
„Meine Herren,“ erwiederte Normand,„ich habe Ihren Beſuch vorausgeſehen und halte es für das Beſte, wenn ich Ihnen reinen Wein einſchenke. Aller⸗ dings hat ſich der hieſige Major⸗Domus, ein ergrauter Veteran der ehemaligen Kaiſergarde, Mancherlei zu Schulden kommen laſſen, weshalb er bereits von mir


