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„Aber Himmel,“ rief Henriette, nachdem ſie ihren Vater umarmt hatte, in beſorgtem Tone,„ich ſehe Dir's an, Du bringſt uns keine gute Botſchaft.“ „Allerdings nicht,“ erwiederte der Banquier, in deſ⸗ ſen Zügen ſich unverholene Beſorgniß und Aengſtlichkeit ausſprachen,„Ihr müßt ſobald als möglich Chateauneuf verlaſſen, weil Ihr keine Stunde ſicher ſeid.“
Die beiden Mädchen entfärbten ſich; Normand fuhr fort:
„Das unfinnige Benehmen des alten Barbanegre, der nicht vergeſſen lernt, daß es mit der Kaiſerregie⸗ rung zu Ende iſt, und in dieſer Hinſicht eine gefähr⸗ liche Dummheit nach der andern begeht, iſt durch, der Himmel weiß welche, Zuträgerei nach Paris berichtet und im übelſten Lichte dargeſtellt worden. Wir müſ⸗ ſen ſtündlich erwarten, daß Gensd'armen erſcheinen,
Hausſuchung halten und die ganze Bewohnerſchaft, den Barbanegre an der Spitze, gefangen nehmen; denn Chateauneuf gilt als ein Hauptquartier der kaiſerli⸗ chen Verſchwörer. Ich ſelbſt habe deshalb ſchon die größten Ungelegenheiten gehabt.“
Die beiden Mädchen wurden durch dieſe Worte ſehr erſchreckt. Valerie erholte ſich indeß bald wieder.
„Aber was kann man uns Uebles zufügen,“ ſprach ſie,„da ſich doch bald ausweiſen muß, daß wir ganz unſchuldig ſind?“
„Mein Kind,“ erwiederte der Banquier,„in der jetzigen heilloſen Zeit reicht der entfernteſte Verdacht hin, einen ehrlichen Menſchen in die größte Ungelegen⸗ heit und Gefahr zu bringen. Ich halte es daher für das Beſte, daß Ihr mir wieder nach Paris folgt.“
„Ach Gott!“ ſeufzte Henriette,„wieder in die abſcheu⸗ liche Hauptſtadt, aus dieſem ſtillen, freundlichen Aſyle.“
„Eins iſt beſſer als das Andere, meine Tochter,“


