Teil eines Werkes 
14. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 2. Band (1854)
Entstehung
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„Alles iſt überlegt,“ erwiederte Napoleon trocken; „ich habe keine Wahl unter den Mitteln.“

„Ew. Majeſtät“, fuhr der Herzog von Vicenza beru⸗ higend fort,„geben einer ſehr gerechten Aufwallung nach; aber, Sire, die Dinge haben eine ſo ernſte Wendung ge⸗ nommen, daß, bevor Sie einen ſo rieſenhaften Entſchluß ausführen, alle Folgen reiflich zu überlegen ſind.“

„Ich verzichte auf jede weitere Unterhandlung,“ ſprach entſchloſſen der Kaiſer.„Sie ſtießen das per⸗ ſönliche Opfer von ſich, das ich brachte, um Frank⸗ reich Frieden und Ruhe wieder zu geben. Sie ver⸗ weigerten die Annahme meiner Abdankung; ich nehme ſie jetzt zurück..... Ich will fechten gehen. Mein Platz iſt bezeichnet; er iſt über oder unter dem Boden des Schlachtfeldes. Möge das franzöſiſche Blut, das noch fließen wird, auf die Häupter der Elenden fal⸗ len, welche den Sturz der Lande beabſichtigen.“

Napoleon beſchäftigt ſich von jetzt blos mit mili⸗ tairiſchen Angelegenheiten.

Kaum aber iſt der Bruch der Unterhandlungen im Schloſſe von Fontainebleau bekannt, als der Mißmuth in den vergoldeten Gallerien den höchſten Grad er⸗ reicht. Seit der Kaiſer im Unglück, hält man ihn nur noch fähig, Fehler zu begehen.

Napoleon ſelbſt beſitzt einen ſo hohen Adel der Geſinnung, daß er Niedrigkeit und Treuloſigkeit nicht begreifen kann. Er kann es nicht denken, daß er von Leuten umgeben iſt, die mit Ungeduld den Augenblick erwarten, ſich mit einigem Anſtande ihrer Verpflich⸗ tungen gegen ihn zu entziehen, um unmittelbar nach Paris zu eilen und der neuen Regierung die Zuſiche⸗ rung ihrer Ergebenheit zu überbringen.

Man iſt bereits ſo weit, ohne Scheu ſeine Mei⸗ nung auszuſprechen. Man hat das Kaiſerthum über⸗

Stolle, ſämmtl. Schriften. XIV. 3