Teil eines Werkes 
14. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 2. Band (1854)
Entstehung
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welche ich aus den dreißigtauſend Mann von Lyon, den Fünfzehntauſend, welche Grenier aus Italien her⸗ beiführt, den Fünfzehntauſend unter Suchet, den Vier⸗ zigtauſend unter Soult zuſammen ziehe. Sie geben eine Macht von Anderthalbhunderttauſend. Ich bin Herr aller meiner Feſtungen in Frankreich und Ita⸗ lien, und ſoviel ich weiß, ſind zur Zeit nicht lauter Abtrünnige und Verräther unter meinen Generalen. Noch ſtehe ich aufrecht; geſtützt auf denſelben Degen, der mir alle Hauptſtädte Europa's öffnete: noch bin ich das Haupt der tapferſten Truppen von der gan⸗ zen Welt, jener Granitcolonne von Marengo, die nie beſiegt worden iſt. Ich rufe alle Männer von Herz zur Vertheidigung des Vaterlandes, ſeiner Prin⸗ cipien und ſeiner Freiheit; ich laſſe über meine Adler die Worte:„Unabhängigkeit und Vaterland“ ſchrei⸗ ben und dieſe Adler werden jenen Königen Europa's wieder furchtbar werden.— Wenn die Chefs der Armee, die ihren Ruhm meinen Eroberungen verdan⸗ ken, wenn dieſe verweichlichten Chefs ſich ausruhen wollen, ſo mögen ſie gehen. Ich finde unter den wollenen Epauletten Generäle und Marſchälle. Dieſe vergoldeten Männer haben ihre Capottes von grobem Tuche vergeſſen.“

Der Kaiſer ſchritt während dieſer Worte in höch⸗ ſter Aufregung auf und ab. Plötzlich blieb er ſtehen und trat vor den Herzog von Vicenza.

„Setzen Sie Sich, Caulaincourt,“ ſprach er,„ſchrei⸗ ben Sie an Ney und Macdonald, daß ſie auf der Stelle zurückkehren. Alles iſt abgebrochen.“

„Sire“, rief der Herzog in flehendem Tone,„ich beſchwöre Cw. Majeſtät, das außerordentliche Wagſtück zu überlegen, ehe Sie zum Aeußerſten ſchreiten.“