Teil eines Werkes 
14. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 2. Band (1854)
Entstehung
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Der Herzog von Vicenza verharrte lange in einem tiefen Schweigen, endlich fand ſein Schmerz Worte.

„Wie,“ rief er,„der Kaiſer Napoleon verrathen, ſchändlich verlaſſen, den Siegern überliefert und von denen, die mit ihren Körpern einen Wall um ſeine geheiligte Perſon bilden ſollten? Ha, Schmach ohne Beiſpiel, ich ſchäme mich jetzt, ein Franzoſe zu heißen.“

Alexander blickte mit vieler Theilnahme auf ſei⸗ nen niedergebeugten Freund. Dann faßte er ihn am Arme und ſagte mit gepreßter Stimme:

„Und fügen Sie hinzu, von denen, die ihm Alles, Alles verdanken, Namen, Vermögen! Welche Lehre für uns Könige! Doch Muth, Caulaincourt, geben wir noch nicht Alles verloren. Ich werde vor Ihnen im Rathe ſein. Wir wollen ſehen.“

Bekümmerten Herzens verließ der Herzog von Vicenza die Wohnung Alexander's. Als er über den Hof ſchritt, begegnete ihm einer der erbärmlichſten Verräther des Kaiſers. Es war der Abbé von Pradt, welchen Napolevn zum Erzbiſchof von Mecheln erhv⸗ ben. Derſelbe ſchlich unaufhörlich um die fremden Herrſcher umher und kam nicht aus den Salons der Alliirten.

Als ihn Caulaincourt erſchaut, empörte ſich ſein Innerſtes; er würdigte den Abbé keines Blickes und wollte vorübergehen. Letzterer aber war unverſchämt genug, mit hüpfenden Schritten und der heiterſten Miene von der Welt auf den Herzog zuzukommen.

„Ich bin hocherfreut,“ begann er,„Sie hier zu ſehen, Herr Herzog.“

Caulaincourt ſah den Zudringlichen an, ohne ſei⸗

nen Gruß zu erwiedern.

„Herr Herzog,“ fuhr er ſchmunzelnd und ſich die