Teil eines Werkes 
14. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 2. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

3weites Rapitel

E⸗ war am Abende des vierten April, als die drei Abgeordneten Napoleon's in Paris anlangten. Dem Herzog von Vicenza gelang es, ehe die Sitzung der Monarchen begann, den Kaiſer Alexander zu ſprechen.

„Ha,“ rief dieſer, ſo wie er Caulaincourt er⸗ blickte,„Sie kommen ſehr ſpät zurück.“

„Sire“ entſchuldigte ſich der Herzog,„es lag nicht in meiner Macht, früher zu erſcheinen.“

„Das iſt ein großes Unglück!“

„Wie,“ frug Caulaincvurt nicht ohne Beſtürzung, „ſollten ſich die Geſinnungen Ew. Majeſtät unterdeß geändert haben?“

„Ich gab Ihnen mein Wort, lieber Herzog,“ ſprach der Kaiſer von Rußland;„aber die Ereigniſſe ſind ſtärker als mein Wille. Sie rücken ſo ſchnell vor, daß, was geſtern noch möglich war, es heute nicht mehr iſt.“

„Aber Sire,“ erwiederte Vicenza,„ich erſcheine mit der Abdankungsacte des Kaiſers Napoleon zu Gunſten ſeines Sohnes, des Königs von Rom. Die Marſchälle Ney und Macdonald begleiten mich als Bevollmächtigte Seiner Majeſtät. Alle Formalitäten ſind erfüllt; es kann Nichts mehr dem Abſchluſſe des Vertrags entgegen ſtehen.“

„Herr Herzog,“ begann Alexander,„als ich Sie zur Eile mahnte, hatte ich meine guten Gründe. Ich wußte, daß der Boden unter ihren Füßen wankte. Als Sie abgingen, war die Stellung des Kaiſers Napoleon noch Achtung gebietend, ſie konnte ſogar

.