Teil eines Werkes 
14. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 2. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

ren im Begriff umzukehren, aber der Inſtinkt der Subordination behielt die Oberhand; nur fünf Mann von unſerm Regimente jagten in geſtrecktem Carriere zurück. Wir mußten bei einem bairiſchen Bataillone nahe vorüber. Ein Hagelwetter von Kugeln brauſte über uns dahin. Drei der Unſern ſtürzten, nur wir zwei erreichten Fontainebleau.

Ein tiefes, furchtbares Schweigen folgt auf dieſe unglückſelige Nachricht. Napoleon ſteht am Fenſter und ſtarrt in die Nacht hinaus. Sein Geſicht iſt bleich, ſein Blick ſtarr. Endlich kann er ſeines Schmerzes nicht länger Herr bleiben.

Marmont, ruft er mit ergreifendem Tone, mein Kind, mein Freund, den ich mit meinem Man⸗ tel gewärmt, mit dem ich mein Brot getheilt habe, mich zu verrathen in der letzten Stunde! Der Undankbare, er wird unglücklicher ſein als ich!

Seine Stimme brach im tiefſten Schmerze.

Allen anweſenden Kriegern traten die Thränen in die Augen hei dieſer erſchütternden Scene.

Nach einiger Zeit wendet ſich der Kaiſer wieder zu dem Polen, welcher vorhin geſprochen.

Führte der Marſchall, frug er,in Perſon meine Truppen zu den Feinden?

Nein, Ew. Majeſtät, war die Antwort,der Marſchall befand ſich in Paris, um, wie heute das Gerücht ging, auf Anrathen des Herzogs von Tarent die Convention wieder rückgängig zu machen. Seine Abweſenheit benutzte der General Souham; dieſer be⸗ rief in voriger Nacht einen Kriegsrath zuſammen, wo beſchloſſen ward, die Convention in's Werk zu ſetzen, ohne auf weitere Verhaltungsbefehle von Seiten des Marſchalls zu warten.

Souham?! frug Napoleon und die Worte er⸗

6