Teil eines Werkes 
14. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 2. Band (1854)
Entstehung
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Sire, ich bürge mit meinem Kopfe für die Wahrheit.

Nein, nein, fährt Napoleon fort,man hat Sie getäuſcht. Ein Verbrechen, wie Sie da be⸗ richten, iſt ein Marſchall Frankreichs nicht fähig und Marmont, mein älteſter Waffengefährte, der in hun⸗ dert Schlachten an meiner Seite kämpfte, mein Zelt⸗ camerad, nein, nein; es iſt ein blinder Lärm.

Neues Pferdegetrappel ward im Schloßhofe von Fontainebleau vernehmbar.

Sire, zwei polniſche Lanziers, meldet der dienſt⸗ habende Adjutant,welche von Eſſonne kommen und Ew. Majeſtät in höchſtwichtiger Angelegenheit zu ſpre⸗ chen wünſchen.

Napolevn wird aufmerkſam. Er befiehlt die bei⸗ den Polen vorzulaſſen.

Die zwei Lanzierofficiere treten ein. Ihre Klei⸗ der ſind von Kugeln zerlöchert und mit Blut bedeckt. Der Kaiſer läßt ſie reden.

Sire, beginnt der ältere, ein ſchlanker kühner Sarmate,beiſpielloſer Verrath hat unſre Adler ge⸗ ſchändet. In Folge der geheimen Conventivn, die der Marſchall Marmont in Paris mit dem Feinde geſchloſſen und von welcher das Armeecorps keine Ah⸗ nung hatte, brachen wir heute morgen auf. Die Truppen glaubten, es gehe gegen den Feind und griffen mit allgemeinem Jubel zu den Waffen. Wir marſchirten im Anfange mit großer Eile, da wir glaubten, es gelte einen Seitenangriff auf die Poſi⸗ tion der Verbündeten. Plötzlich bemerkten wir, daß unſer Vorrücken von einer Colonne bairiſcher Trup⸗ pen beobachtet, aber nicht unterbrochen wird. Jetzt erſt erkannten wir den Verrath und es brach ein Auf⸗ ruhr aus. Ganze Brigaden machten Halt und wa⸗