Teil eines Werkes 
13. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 1. Band (1854)
Entstehung
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einem Tage zum andern. Die Nachrichten, die ich von Paris erhalte, ſind ſehr beunruhigend. Ich weiß nicht, wozu ich mich entſchließen ſoll.

Ein hereintretender Adjutant meldet, daß man ſpeben eine bedeutende Anzahl Kriegsgefangener ein⸗ gebracht hat, die größtentheils aus Preußen beſtünden.

Preußen? fragt Napoleon und wird ſehr auf⸗ merkſam,wo kommen dieſe her?

Sogleich ſchickt er Obſervationsdetaſchements nach allen Richtungen aus. Er befiehlt, den Feind auf allen Straßen anzugreifen, um Gewißheit zu erhalten, mit welcher Armee er es zunächſt zu thun hat.

Da bringen Landleute die Proclamativnen und Bulletins der Verbündeten. Man forſcht die Gefan⸗ genen aus. Es iſt kein Zweifel mehr, Schwarzenberg und Blücher haben ſich vereinigt und befinden ſich im vollen Marſche auf Parie.

Sie haben mich getäuſcht, ruft Napoleon, der im Augenblicke die unermeßliche Wichtigkeit dieſer Nachricht überſchaut. Darauf zieht er ſich in ſein Cabinet zurück und bringt eine lange Zeit über ſei⸗ nen Charten brütend zu.

Den Alliirten nachzueilen, ſie womöglich noch ein⸗ zuholen, bevor die Kanvnen des Montmartre verſtum⸗ men, iſt der Hauptgedanke, der ſich dem an hohe und verzweifelte Gefahren gewöhnten Geiſte Napoleon's aufdringt. Aber der directe Weg nach Paris iſt durch die Märſche und Gegenmärſche ſo großer Armeen gänzlich an Lebensmitteln erſchöpft. Es iſt daher unumgänglich nöthig, einen Umweg über Troyes zu machen und ſich zu dieſem Ende bis auf Doulevent zurückzuziehen.

An dieſem Orte erhält der Kaiſer ein kleines in Chiffren geſchriebenes Billet vom Oberpoſtmeiſter La⸗

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