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im Sturme heran. Der Kronprinz von Würtemberg, nachdem er Charenton mit der Brücke über die Seine genommen, dringt auf der Landſtraße gegen Paris vor; ſeine Vorpoſten plänkeln bereits an den Bar⸗ rieren„le Tröne“ und ein Koſaken-Corps brauſt ge⸗ gen die Vorſtadt St. Antoine. Paris iſt nur durch eine gewöhnliche Mauer vor der Plünderung geſchützt. Die Barrieren ſind nicht viel ſtärker als gewöhnliche Schlagbaumthore und das Pfahlwerk, womit ſie ver⸗ rammelt, iſt durch die Aexte der Sappeurs leicht hin⸗ weg zu räumen. Schon fallen Bomben und Granaten in die zunächſtliegenden Faubvurgs, bis auf die Chauſ⸗ ſee d'Antin. Der tapfere Commandant der Pariſer
Nativnalgarde, der Marſchall Moncey, trifft bereits
Anſtalt zur äußerſten Vertheidigung der bedrohten Barrieren; nur Prinz Joſeph, der Bruder Napoleon's, von den über ſeinem Kopfe dahinfliegenden Granaten außer Faſſung gebracht, verliert den Muth, indem er die Hoffnung aufgibt, die Hauptſtadt länger zu hal⸗ ten. Er ſchreibt folgende Zeilen an den Marſchall Marmont:
„Wenn der Herr Marſchall. Herzog von Treviſo und der Herr Marſchall, Herzog von Raguſa, ihre Stellungen nicht länger behaupten können, ſind ſie ermächtiget, mit dem Fürſten von Schwarzenberg und dem Kaiſer von Rußland, die ihnen gegenüberſtehen, in Unterhandlung zu treten. Sie ſollen ſich mit ihren Truppen nach der Loire zurückziehen.“
Noch donnern die Kanonen, ganz Paris iſt in der außerordentlichſten Aufregung, in allen Stadtvierteln raſſeln die Trommeln, als zwei Reiter im geſtreckten Trabe auf ſchaumbedeckten Roſſen durch die Barriere von Fontainebleau herein ſprengen. Es iſt General Dejean und Eugen, welche direct vom Kaiſer kom⸗


