Teil eines Werkes 
13. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 1. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

206

benden, befand ſich der Kaiſer in einer Gemüthsſtim⸗ mung, wo er mehr denn je für den Frieden geneigt war. Da langte Herr von Rumigny mit Depeſchen von Chatillon an. Der Ton der Verbündeten war gebieteriſch. Man drohte, daß wenn Frankreich nicht auf der Stelle in ſeine alten Grenzen zurückweiche, alle Conferenzen abgebrochen werden ſollten.

Napoleon war auf große Opfer gefaßt; aber die⸗ ſer Ton war mehr, als er zu ertragen vermochte. „Wenn ich Ruthenſchläge empfangen ſoll,“ ſprach er, „ſo kann man mir wenigſtens nicht zumuthen, daß ich mich ſelbſt dazu anbiete. Man muß ſie mir mit Gewalt aufzwingen.“

Rumigny erhielt daher keinen directen Auftrag.

„Sagen Sie Caulaincvurt,“ befahl Napoleon, „daß er die Erörterungen ſo lange als möglich hin⸗ ausſchiebe. Er ſoll die Abſichten der Verbündeten ausforſchen in Betreff der Opfer, die wir zu bringen haben. Er ſoll ſich vor einer Uebereilung hüten, bei der wir, um ſchneller zu Ende zu kommen, die Höhe der Opfer, die der Feind verlangt, überſteigen könnten.“

Der Abgeſandte ſteigt zu Pferde und Napoleon ſtellt ſich an die Spitze ſeiner Colonnen.

Eine neue entſcheidende Schlacht ſcheint bevorzu⸗ ſtehen, als zwei demontirte, noch ganz vom Pulver⸗ dampf geſchwärzte Dragoner ſich bei dem Kaiſer melden.

„Sire,“ iſt ihre Ausſage,„nur durch ein Wun⸗ der ſind wir dem Hurrah des Feindes, welcher dieſe Nacht das Bivouak des Herzogs von Raguſa über⸗ fallen hat, entgangen. Das Corps dieſes Marſchalls iſt gänzlich vernichtet, er ſelbſt getödtet.“

Dieſes Ereigniß machte das Maaß der Unfälle,