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Fortwährend erſchien ihm ſein erlebtes Abenteuer wie ein Traum, und von Laroſe war ihm der Ver⸗ rath gleich ganz undenkbar. Er beſchloß vor der Hand das Geheimniß für ſich zu behalten; doch wollte er über Laroſe's Leben und Treiben Erkundigungen einziehen und beim geringſten Verdacht dem Polizei⸗ miniſter die Sache entdecken.
Als er die Stadt erreicht hatte, wandte er ſich nach der Gegend der Notre⸗Dame⸗Kirche und trat in ein Haus von ziemlich bürgerlichem Ausſehen.
„Der General zu Hauſe?“ frug er dem entge⸗ gentretenden Diener.
Dieſer führte ihn ſogleich in ein Zimmer, das mit Landkarten reich tapezirt, und deſſen einfaches Mobiliar faſt ganz mit mathematiſchen Inſtrumenten bedeckt war. Eine Bibliothek, meiſt kriegswiſſenſchaft⸗ licher Schriften, nahm die eine Zimmerwand ein.
Auf dem geräumigen Tiſche, der vor dem Sopha ſtand, war ein ausführlicher Plan der Stadt Ant⸗ werpen ausgebreitet, und daneben lag die Karte von Frankreich, deren Grenzen mit einer großen Anzahl buntköpfiger Stecknadeln beſteckt waren.
„Der General wird ſogleich erſcheinen,“ ſprach der Diener, welcher Eugen in das Zimmer geführt hatte, und gleich darauf trat ein hoher ſtattlicher Mann herein. Seine Kleidung war ſchlicht bürger⸗ lich, auf dem Geſichte thronte ein ſtiller gebietender Ernſt, ſein Auge blickte geiſtreich, aber voller Milde und Menſchenfreundlichkeit. Der Eingetretene war Frankreichs großer Bürger Lazare Nicolas Marguerite Carnot, der als ſtrenger Republikaner dem Kaiſer⸗ reich grollend, ſieben Jahre von allen öffentlichen
Aemtern zurückgezogen im Schooße ſeiner Familie ge⸗ 3
lebt, jetzt aber, wo das Vaterland in Gefahr war, dem Kaiſer ſeine Dienſte angeboten hatte.


