Teil eines Werkes 
13. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 1. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Mein General, ſprach der feindliche Agent, wird dieſen unſchätzbaren Dienſt, welchen Ihr der guten Sache geleiſtet habt, zu ſchätzen wiſſen. Auch läßt er Euch andeuten, daß Ihr in Eurem guten Eifer nicht erkalten möget. Die zeither von mir erhalte⸗ nen Gratifikationen ſollt Ihr nur als kleine Abſchlags⸗ zahlungen betrachten und verſichert ſein, daß wenn die gute Sache ſiegt, die angemeſſene Belohnung für Eure unbezahlbaren Dienſte nicht ausbleiben wird.

Verſichert Seine Excellenz, ſprach der Verräther, meiner unverbrüchlichen Ergebenheit. Er kann auf mich zählen. Ihr werdet auch künftig die betreffen⸗ den Mittheilungen aus unſerm Miniſterium auf ge⸗ wohntem Wege erhalten.

Sataniſche Verrätherei! knirrſchte Eugen, und ſchlich näher zur Fallthür, des Verräthers Geſicht an⸗ ſichtig zu werden. Nach wiederholten Verſuchen ge⸗ lang es ihm, ſich ſo weit vorzubeugen, daß er in das Grabgewölbe hinabſchauen konnte.

Zwei Geſtalten ſaßen hier auf morſchen Särgen. Ein Windlicht erleuchtete ſchauerlich die unheimliche Todtengruft. Daneben lag ein Packet Manuſeripte. Eugen konnte nur des feindlichen Agenten anſichtig werden. Dieſes Geſicht war ihm völlig unbekannt; des Verräthers Antlitz blieb ihm jedoch verborgen, da er mit dem Rücken gegen ihn gewendet ſaß.

Der Agent ſtand jetzt auf und griff nach den Papieren.

Ihr werdet, ſprach er,nun bald an unſern Operationen bemerken, daß dieſes Recept gewirkt hat. Die Heerführer der Verbündeten werden nach Einſicht dieſer Etats nicht länger anſtehen, den Rhein zu überſchreiten. Noch heute reiſe ich verkleidet nach dem Hauptquartiere des Feldmarſchalls Blücher.