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ten wußten ein Wort darum und vermochten ſich da⸗ her die unzerſtörbare Schwermuth des Jünglings nicht zu erklären. Wie ein ſeliges Vermächtniß ruhte Clara's Souvenir auf ſeiner Bruſt; es war ſein theuerſtes Gut und ſein ſtiller Troſt in Noth und Gefahr. Weder von Ruffus noch der Familie Günther über⸗ haupt hatte er ſeit den Leipziger Schlachttagen eine Nachricht erhalten. Er gedachte ihrer oft und aller der ſeligen Stunden, die er in jener deutſchen Kö⸗ nigſtadt verlebt hatte.
Noch geraume Zeit ſaß der Jüngling in Erinne⸗ rung verſunken auf dem Grabſteine; dann ſtand er auf und wandelte einſam das große Todtenreich ent⸗ lang. Da ruhten rings umher die edelſten Geſchlech⸗ ter Frankreichs; jener übermüthige und weitgebietende Adel Ludwig's XlV. und XV.; die Helden der Revo⸗ lution, eiſerne Republikaner neben verweichlichten Hof⸗ leuten; Helden, deren Siegesfahnen von einem Ende Europa's bis zum andern wehten, neben unſcheinbaren Kleinbürgern von Paris; Staatsmänner, Gelehrte, Künſtler, deren Namen die fernſte Geſchichte rühmend wiederhallen wird, alle in friedlicher Eintracht und geringem Zwiſchenraume neben einander.
Eugen war bis zu einer Reihe alter, halb ver⸗ fallener Grüfte gelangt; lange ſchien ſich kein Men⸗ ſchenfuß in dieſen ganz abgelegenen Theil des Fried⸗ hofs verirrt zu haben. Er ſtand im Begriff umzu⸗ kehren, als er leiſe Stimmen zu vernehmen glaubte, die aus dem einen Todtengewölbe zu kommen ſchienen.
Der Jüngling blieb aufmerkſam ſtehen. Er hatte ſich nicht getäuſcht, darum ſchlich er leiſe näher. Unhörbar trat er in das dumpfe Gewölbe. Uralte, vermoderte Kränze hingen an den Wänden; die ein⸗
ſtigen goldenen Grabſchriften waren faſt erloſchen; die


