Teil eines Werkes 
13. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 1. Band (1854)
Entstehung
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zweites R apitel.

Ergen wandelte in Gedanken verſunken die endloſen menſchenbelebten Boulevards entlang. Das ununter⸗ brochene Getöſe der Hauptſtadt war ihm läſtig und drückend. Er ſehnte ſich weit hinweg nach Einſam⸗ keit, und ſo gelangte er endlich zum Ziele ſeiner Wanderung, zu dem meilengroßen Père la Chaise. Hier in der unermeßlichen Todtenſtadt, abgeſchieden von dem brauſenden Paris, das in einiger Entfer⸗ nung im Decembernebel vor ihm lag, ward ihm freier und wohler. Er ſetzte ſich auf einen Grabſtein und zog ein ſauber geſticktes Souvenir aus der Bruſttaſche, das er häufig an die Lippen drückte. Dabei flohen ſeine Lippen über die gigantiſche Seineſtadt, die zu ſeinen Füßen lag, hinweg und ſuchten am grauen Horizonte nach der Gegend von Deutſchland. Elär⸗ chen's und Jerome's verklärte Geſtalten traten vor ihn; ſeine Angen füllten ſich mit Thränen.

Daß Ihr noch lebtet, Lieblinge meiner Seele, ſprach er mit ſtillem Schmerze,in wie holdem Lichte würde auch mir der Friedensgenius erſcheinen; ich würde die Wunden des Vaterlandes weniger ſchmerz⸗ lich empfinden, da Ihr mich tröſten würdet!

Seit Jerome's und Clara's Tode war Eugen nie wieder recht froh geworden und die Leiden des Va⸗ terlandes ſtimmten ihn gleichfalls ſchwermüthig. Seine Liebe zu dem deutſchen Mädchen war ſo innig, daß er ſie wie ein heiliges Geheimniß in ſeiner Bruſt be⸗ wahrte. Weder ſeine Verwandten noch ſeine Bekann⸗

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