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ſchon, woran es liegt, daß kein Friede wird. Da iſt der Maret, der Herzog von Baſſano, das iſt des Kaiſers böſer Genius, der ihm von jedem Vertrage aus Leibeskräften abräth.
„Maret?“ frug Eugen verwundert,„das iſt ein neuer Beweis, wie wenig Ihr vom wahren Stande der Dinge unterrichtet ſeid und Eure Urtheile blos nach Comptoirnachrichten und Salonsgeſchwätz abmeßt. Maret iſt nächſt Caulaincourt grade der Eifrigſte in der Nähe des Kaiſers, der für den Frieden ſtimmt. Ich weiß aus beſter Quelle, daß Erſterer unlängſt den Kaiſer fußfällig um Beendigung des Krieges ge⸗ beten hat.“
„Nun, warum ſchließt denn der Kaiſer nicht Frie⸗ den?“ meinte Normand mürriſch.
„Weil es den unzweideutigſten Anſchein hat,“ ſprach Eugen,„als wolle man mit ihm nicht Frie⸗ den machen. Wenigſtens hat ſich der redliche Cau⸗ laincourt, der unſere Angelegenheiten zu Frankfurt leitete, dahin ausgeſprochen. Ich habe mir der Merk⸗ würdigkeit halber den Brief, den er in dieſen Ange⸗ legenheiten an einen hochgeſtellten Freund geſchrieben hat, copirt. Da heißt es ungefähr folgendermaßen:
„Die zuletzt von Oeſtreich in ſeiner Correſpondenz vorgeſchlagenen Grundzüge waren beinahe annehm⸗ bar. Wiewohl Napoleon zögerte, verließ ich doch die Tuilerien mit der Vollmacht, auf dieſem Fuße, jedoch mit einigen Beſchränkungen, zu unterhandeln. Als ich auf dem Congreſſe ankam, zog man ſeine Vor⸗ ſchläge zurück, unter dem Vorwande, daß Napolevn nicht ſchnell genug ſeine Zuſtimmung gegeben habe. Die neuen Vorſchläge aber, die mir nun gemacht wurden, waren durchaus unannehmbar. Ich verlangte, daß man die Unterhandlungen ungefähr wieder auf


