Teil eines Werkes 
13. Band, Elba und Waterloo : historischer Roman : (Fortsetzung von "1813" von demselben Verfasser) : 1. Band (1854)
Entstehung
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Hier ſehen Sie, meine Herren, begann er mit marktſchreieriſcher Stimme,die große Preußenhaupt⸗ ſtadt, Namens Berlin, in vollen Flammen, nach zehn⸗ tägigem Bombardement von der großen Armee mit ſtürmender Hand genommen und auf Befehl Seiner Majeſtät unſers gnädigſten Kaiſers den Flammen über⸗ geben; wenn ſie niedergebrannt iſt, wird ſie der Erde gleich gemacht und Salz darüber geſtreut. So ſtraft unſer erhabener Kaiſer die Bundbrüchigen ſtreng und gerecht. Sie ſehen hier am äußerſten Thore die Trümmer der preußiſchen Armee, einen Korporal, zwei Trommelſchläger und vier Gemeine, wie ſie mit ohnmächtiger Wuth die Poſition zu behaupten ſtreben. Vergebliche Anſtrengung, lächerlicher Heldenmuth, einer beſſern Sache würdig; ihr Schickſal reißt ſie hin. Sie ſind verloren; à bas la Prusse! vVive l'em- pereur!

A bas la Prusse! Vive l'empereur! ſchrie der dichtgedrängte Haufe, welcher den Bildertiſch um⸗ ſtand und vom Untergange Preußens ſich hier augen⸗ ſcheinlich überzeugte. Die zwei Invaliden hinkten lächelnd vorüber.

Alſo habt Ihr wirklich Berlin abgebrannt? frug Henriette mit Erſtaunen,Ihr ſpielt den armen Preußen auch gar zu ſchlimm mit.

Ohne Sorge, tröſtete der Vetter,Berlin iſt unverſehrt, beim feurigſten Muthe wollte es unſern Armeen nicht gelingen, dieſe Stadt wieder zu er⸗ obern.

Der Bilderhändler fuhr mit ſeiner Stentorſtimme fort:

Hier iſt ferner zu ſchauen die Familie Capet, welche vor langen Jahren auf dem Throne von Frank reich ſaß, dermalen vogelfrei und landflüchtig in der