Teil eines Werkes 
12. Band, 1813 : historischer Roman : 3. Theil (1854)
Entstehung
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Er dankt ihr für die geleiſtete Treue und läßt ſie unter dem unmittelbaren Befehl des Königs zurück.

Seit dem Abſchiede von der königlichen Familie iſt aber der ſichtbarſte Tiefſinn auf dem Geſichte Na⸗ poleon's bemerkbar. Gedankenvoll und düſter reitet er ſchräg über den Markt gegen das innere Ranſtäd⸗ ter Thor, und als er hier wegen des ungeheuren Ge⸗ dränges von Truppen, Kanonen und Wagen Alles verſtopft findet, kehrt er durch die Fleiſchergaſſe, Klv⸗ ſtergaſſe und Burgſtraße nach dem Petersthore zurück. Hier orientirt er ſich, muntert die daſelbſt befindlichen Soldaten auf, ſich tapfer zu wehren, und reitet die Promenade entlang bis in die Gegend der Bürgerſchule.

Da knattern bereits ganz in der Nähe die Flin⸗ tenſchüſſe der Stürmenden und die Kugeln pfeifen zahlreich durch die Luft. Napoleon kehrt um, reitet am Petersthore vorbei nach dem Ranſtädter Stein⸗ wege. Kaum war aber hier der Kaiſer im Stande, wegen des unbeſchreiblichen Drängens aller Gattungen von Truppen, durchzukommen. Einzeln muß er und ſein ganzes Gefolge an der Seite dieſes Gewühles ſich fortwinden. Munitionswagen, Marketender, Gens⸗ d'armen, Kanvonen, Schlachtvieh, Weiber, Grenadiere, Chaiſen, Geſunde, Verwundete, Sterbende Alles häuft, Alles drängt ſich in grauſem Gewirre ſo eng zuſammen, daß kaum an ein Fortkommen zu denken iſt.

Napoleon folgt ganz gelaſſen dem Hauptſtrome ſeiner Truppen auf der Straße nach Lindenau. Der alte Barbanegre marſchirt mit der alten Garde an ſeiner Seite. Es iſt die einzige Truppe, welche noch mit hinreichender Munitivn verſehen iſt. Als ob nichts vorgefallen wäre, ſchreiten dieſe Graubärte mit der alten eiſernen Schlachtenruhe auf der Straße nach Frankreich dahin. Eugen iſt noch zurück.