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wird zur Feſtung, jedes Fenſter, jede Maueröffnung zur Schießſcharte.
Um neun Uhr ſteigt der Kaiſer zu Pferde. Er reitet über den Roßplatz nach dem Markte, wo ſein treueſter Alliirter, der König von Sachſen, wohnt. Er ſteigt ab. Der ehrwürdige Friedrich Auguſt em⸗ pfängt ihn mit der gewöhnlichen Etiquette und führt ihn in das Zimmer, wo ſich die Königin befindet.
Der Kaiſer, nachdem er die königliche Familie, ſo gut es die Umſtände erlauben, getröſtet und ſein leb⸗ hafteſtes Bedauern ausgedrückt hat, ihr nicht kräftiger beiſtehen zu können, ſtellt es dem greiſen Monarchen frei, ob er ihm folgen, oder mit ſeinen Feinden ei⸗ nen Frieden ſchließen wolle, ſo günſtig er ihn erhal⸗ ten könne. Als letzten Freundſchaftsbeweis verlangt er nur, daß man für die franzöſiſchen Verwundeten Sorge trage, die er in Sachſen zurücklaſſen müſſe.
Der tiefgebeugte Fürſt erklärt, daß er, im Ver⸗ trauen auf die Großmuth der Sieger, unter ſeinem Volk ausharren und deſſen Schickſal theilen wolle.
Unterdeß iſt das Schießen immer näher gekommen. Die königliche Familie wird unruhiger. Man beſchwört endlich den Kaiſer, auf ſeine eigne Rettungſzu denken und ſeine Perſon nicht der drohendſten Gefahr auszuſetzen.
Napoleon iſt tief ergriffen.
„Leben Sie wohl!“ ruft er endlich.„Was auch immer geſchehen mag: Frankreich wird die Schuld der Freundſchaft, die ich mit Ihnen geſchloſſen habe, nicht vergeſſen und ſie ſeiner Zeit abtragen.“
Friedrich Auguſt begleitet den Kaiſer bis an die Treppe. Hier umarmen ſich die beiden Fürſten zum letzten Male.
Vor dem Hausthor ſteht ein Bataillon ſächſiſcher Fußgarde. Zum letzten, Mal präſentirtz dieſes ſchöne Truppe das Gewehr vor dem Kaiſer deriFranzoſen.


