Teil eines Werkes 
12. Band, 1813 : historischer Roman : 3. Theil (1854)
Entstehung
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Mantel gehüllt, trat aus der Nacht. Jetzt wandte ſie ihr Geſicht gegen das Wachtfeuer. Ruffus! rief Eugen außer ſich und flog dem

Freunde in die Arme. Lange, lange hielten ſich die

Beiden umſchloſſen.

Was macht ſie? frug endlich Eugen.

Ihr iſt wohl, ſprach der Freund in ſeltſamem Tone.

Dem jungen Franzoſen erſtarrte das Blut in den Adern. Eine entſetzliche Ahnung durchzuckte ſein Innerſtes.

Was macht Clärchen? rief er mit erhöhter Stimme und faßte den Freund mit beiden Armen.

Vor drei Tagen haben wir ſie begraben, war die tonloſe Antwort.Sie ward ein Opfer des in Dresden herrſchenden Nervenfiebers. In ihrem Auf⸗ trage bin ich hier. Das Souvenir, das ſie für Dei⸗ nen Geburtstag geſtickt hatte, mußte ich ihr noch wenig Tage vor ihrem Tode verſprechen, in Deine Hände abzuliefern. Sie hatte nach und nach alle die unſeligen Verhältniſſe erfahren, welche Dich aus un⸗ ſerm Hauſe trieben, und iſt mit dem ſchönen Be⸗ wußtſein hinübergegangen, von Dir nicht vergeſſen worden zu ſein. Ich habe mich durch die ruſſiſche Armee, welche Dresden belagert, wie ein Spion ge⸗ ſchlichen, um Dich noch in Sachſen zu treffen, denn wir dürften uns ſobald nicht wieder ſprechen. Mein Vater gilt zu ſehr als Franzoſenfreund, als daß er ſich in den Zeiten, die bevorſtehen, ſehr gefallen könnte. Seit mir Clärchen geſtorben, die ich liebte, wie meine Seele, iſt mir's auch gleich, wo ich mein Haupt hinlege. Für die deutſche Freiheit, die jetzt überall proclamirt wird, habe ich nie geſchwärmt. Ich habe nicht für ſie gefochten, und verzichte gern auf ihre Segnungen. Ich habe einmal einen andern 15*