Teil eines Werkes 
12. Band, 1813 : historischer Roman : 3. Theil (1854)
Entstehung
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ihre theuerſten Intereſſen auf. Sie fürchtet ſogar den Schlaf des Löwen. Sie gibt ſich nicht zufrieden, als bis ſie ihm die Klauen ausgeriſſen und die Mähne abgeſchnitten hat. Welches werden aber die Folgen ſein von dieſem traurigen Zuſtande, in welchem man mich verſetzt? Hat man ſchon daran gedacht? Von dem Verlangen beſeelt, mit einem Schlage das wieder zu gewinnen, was man durch zwanzigjähriges Miß⸗ geſchick verloren, hegt Ihr Cabinet nur dieſen Ge⸗ danken und bedenkt nicht, daß ſich ſeit zwanzig Jah⸗ ren Alles umgewandelt hat, daß ſich die Intereſſen Oeſterreichs ebenſo verändert haben, und daß in Zu⸗ kunft jeder Gewinn, den Oeſterreich auf Koſten Frank⸗ reichs macht, ein Verluſt für Erſtres iſt. General Meerfeld, es gehört vielleicht noch mehr als Oeſter⸗ reich, Frankreich und ſelbſt Preußen dazu, das Herein⸗ brechen des nordiſchen Koloſſes, der ſeinem Weſen nach erobernd iſt, gegen das weſtliche Europa zu ver⸗ hindern. Uebrigens muß ich am Ende Opfer brin⸗ gen; ich weiß es, und bin dazu bereit.

Der Kaiſer geht hierauf umſtändlich in die Erör⸗ terung der Bedingungen ein, die er zum Voraus unterſchreibt. Hier, wie zu Prag, verzichtet Napo⸗ leon auf Polen, Illyrien, den Rheinbund. Hinſicht⸗ lich Spaniens, Hollands und der Hanſeſtädte willigt er ein, ihnen Unabhängigkeit zu ertheilen: aber er wünſcht die Stipulation auf den Seefrieden verſcho⸗ ben, um ſich derſelben als Ausgleichungsmittel für England zu bedienen. In Betreff Italiens beſchränkt er ſich darauf, die Integrität dieſes Königreichs zu verlangen. Endlich erbietet er ſich für einen in den nächſten vierundzwanzig Stunden abzuſchließenden Waf⸗ fenſtillſtand, Deutſchland ſogleich zu räumen und ſich hinter den Rhein zurückzuziehen.