218
Kaiſer lächelt bei dieſem Glücksſpiel, das den Verbün⸗ deten alle Mittel an die Hand gibt, ihre ganze Wie⸗ dervergeltung, ſelbſt in Beziehung auf die Großmuth, an ihm zu nehmen.
Napoleon ergreift dieſe Gelegenheit, und will noch einmal verſuchen, ob eine friedliche Ausſöhnung mög⸗ lich iſt.
Dem General Meerfeld wird ſein Degen zurück⸗ gegeben. Er theilt mit den Generalen des kaiſerlichen Hauſes das ſparſame Mahl des Lagers. Der Kaiſer benachrichtigt ihn, daß er auf Ehrenwort zurückge⸗ ſchickt und mit Verſöhnungsvorſchlägen an den Kaiſer
von Oeſterreich beauftragt werden ſolle.
„Der Streit wird ſehr ernſthaft,“ ſpricht Napo⸗ tevn, als der General in das kaiſerliche Cabinet ge⸗ lreten iſt,„Sie ſehen, wie man mich angreift und
wie ich mich wehre. Denkt Ihr Cabinet nicht daran, die Folgen einer ſolchen Verbitterung zu verhüten? Wenn es weiſe iſt, ſollte es daran denken. Es kann noch Allem abhelfen, ſelbſt dieſen Abend noch. Mor⸗ gen iſt es vielleicht zu ſpät, denn wer weiß die Er⸗ eigniſſe von Morgen? Unſere politiſche Allianz iſt zwar zerriſſen, aber zwiſchen Ihrem Gebieter und mir beſteht noch eine andere Allianz, und dieſe iſt unauf⸗ löslich. Dieſe rufe ich an. Denn ich werde immer in die verſönlichen Geſinnungen eines Schwiegervaters Vertrauen ſetzen. Suchen Sie ihn auf und ſagen Sie ihm, was ich ihm bereits durch Bubna habe er⸗ öffnen laſſen. Man täuſcht ſich über mich. Ich wünſche nichts ſehnlicher, als im Schatten des Friedens aus⸗ zuruhen, und nachdem ich Frankreichs Ruhm gegrün⸗ det, nur an ſein Glück zu denken. Und doch opfert Ihre Politik der Furcht, die ſie vor mir hat, nicht nur ihre natürlichſten Empfindungen, ſondern ſelbſt


