Teil eines Werkes 
12. Band, 1813 : historischer Roman : 3. Theil (1854)
Entstehung
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eine Bande Marodeurs. Alles Gefühl für Menſchlich⸗ keit, ſelbſt gegen ihre eignen Landsleute, ſcheint er⸗ loſchen. Geſtern wurden zahlreiche Kranke in offenen Schiffen hinabgeführt. Eins der Fahrzeuge ſtrandete, und mehre Unglückliche fanden den Tod in den Wel⸗ len. Viele Kranke, die zu ſchwach waren, den Weg bis an's Ufer zu machen, ließ man ſorglos auf den Straßen liegen. Vor einigen Tagen hatte ſich ein ruhrkranker Franzoſe in einem Düngerhaufen eingegra⸗ ben, um ſich zu erwärmen. Jammernd ſtreckte er die Arme nach vorübergehenden geſunden Waffenbrüdern aus. Ich ſagte zu Einigen:So greift doch zu und tragt den Armen in das nahegelegene Lazareth! Er gehört nicht zu uns! war die gleichgültige Ant⸗ wort. Nun forderte ich ein paar Gensd'armen auf. Wir haben keinen Befehl dazu, meinten ſie trocken. Ein Offizier, der vorüberging und vernahm, wovon die Rede war, ſagte:Wohl ihm, wenn er ſtirbt, und ging gelaſſen weiter. Uebrigens iſt's kein Wun⸗ der, wenn man bei den Franzoſen täglich ſolche Un⸗ menſchlichkeiten mit anſteht: die furchtbare Noth hat die Unglücklichen völlig abgeſtumpft, und ihr Prinzipal iſt nicht der Mann, ihnen, was Humanität anbelangt, mit gutem Beiſpiele voranzugehen. Vor Kurzem iſt er auf den Einfall gekommen, den Sonnenſtein in eine Feſtung umzuwandeln. Als man ihm vorſtellte, daß dieſes Schloß ein Anſtalt für Geiſteskranke ſei, hat er den reſoluten Beſcheid gegeben, daß man die Narren fortjage, qu'on chasse les fous; ja man möchte ſelbſt zum Narren werden in dieſer Heidenzeit; aber hoffent⸗ lich, daß die Noth bald ein Ende hat. Bei Leipzig ſteht halb Europa unter Waffen; die Baiern ſollen auch über ſein. Die Reihen der Franzoſen werden immer lichter; die Weſtphäler laufen täglich zu Hun⸗