Teil eines Werkes 
12. Band, 1813 : historischer Roman : 3. Theil (1854)
Entstehung
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Sie ſind ſo eben aus Frankreich angelangt und er⸗ ſcheinen zum erſten Male vor den Augen des Kaiſers. Noch ſind ihre Adler unenthüllt.

Sogleich befiehlt er, daß die Truppen in der her⸗ kömmlichen Ordnung aufmarſchiren. Sie bilden drei Seiten eines ungeheuern Quarré's. Der Kaiſer mit ſeinem Gefolge nimmt die vierte ein. In ſeinem grauen Ueberrocke reitet er ganz allein bis in die Mitte des Vierecks; ſämmtliche Offiziere der jungen Truppen ſchließen einen Kreis um ihn. Der Prinz von Neuf⸗ chatel, als Viececonnetable ſteigt vom Pferde. Man enthüllt die bisher mit Futteral überzogenen Adler. Die daran gebefteten Fahnen wallen auseinander. Alle Tambours ſchlagen einen minutenlangen Wirbel. Ber⸗ thier ſtellt ſich mit den Fahnen in die Mitte, und der Kaiſer, mit der rechten Hand die Zügel ſeines Pferdes haltend und mit der linken auf den Adler zeigend, ſpricht in wohltönender, feierlicher, jedoch nicht allzu ſtarker Stimme:

Soldaten! Ich vertraue Euch den Adler Frank⸗ reichs an. Er wird Euch zum Sammelplatze dienen. Schwört mir, ihn nur ſterbend zu verlaſſen. Schwört mir, Frankreich nie beſchimpfen zu laſſen. Schwört mir, den Tod der Schande ſtets vorzuziehen. Werdet Ihr das beſchwören?

Die letzten Worte ſprach er mit erhobener Stimme. Alle Offiziere aber, mit hochgeſchwungenen Degen, und alle Truppen antworten laut und enthuſiaſtiſch:

Wir ſchwören! Es lebe der Kaiſer!

Berthier vertheilt nun die Adler an die Legionen, das Quarré loſt ſich auf und der Kaiſer reitet weiter.

Er kommt an das Dorf Wachau, welches den Mit⸗ telpunkt der franzöſiſchen Schlachtlinie bildet. Victor, Herzog von Belluno, hält es mit ſeinem Corps be⸗