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kämpfend, lange am Fenſter geſtanden und in die herbſtliche Landſchaft hinausgeſchaut. Jetzt wendet er ſich plötzlich.
Ich ſehe wohl,“ ſpricht er nicht ohne Bitterkeit, „daß ich nicht mehr meine alten Feldherren um mich habe; daß die Männer, auf welche ich bei Vollziehung eines kühnen Plans am meiſten rechnen muß, zu Au⸗ ßerordentlichem keine Luſt mehr haben. Es wäre un⸗ klug, meine Herren, Sie auf die Probe zu ſtellen.“
Er winkte, der Kriegsrath entfernte ſich. Der Kaiſer bleibt lange in tiefen Gedanken vor der Karte ſtehen.
„Ein herrlicher Plan!“ ruft er wiederholt;„ich hätte dieſe Menſchen nicht befragen ſollen.“
Da bringt der dienſthabende Adjutant Depeſchen der Generale Bertrand und Reynier. Bernadotte und
Blücher ſind auf allen Seiten zurückgedrängt. Berlin iſt offen; die Generale bitten um Ordre, gegen dieſe Hauptſtadt vorzurücken.
Noch einmal blitzt der kühne Plan im Haupte des Kaiſers auf. Ein Wort, und die franzöſiſchen Adler blitzen auf den Zinnen der Königſtadt. Welch' uner⸗ meßliche Folgenreihe knüpft ſich an dieſes große Er⸗ eigniß!— Da gedenkt der Kaiſer ſeiner Unterredung mit den Feldherren. Er wendet ſich zu Berthier:
„Schreiben Sie Bertrand und Reynier,“ ſpricht er, „daß ſie umkehren und auf Leipzig marſchiren.“
Bereits am andern Tage, den funfzehnten Oetober, befindet ſich Napoleon in Leipzig. Er nimmt ſein Hauptquartier im Dorfe Reudnitz, vor den Thoren von Leipzig gelegen. Seine ganze Armee, hundertundfunf⸗ zigtauſend Mann, iſt um dieſe Stadt concentrirt. Der Kaiſer durchreitet die unermeßliche Linie. Beim Dorfe Markkleeberg trifft er auf die Bataillone Augereau's.


