18
„Michel Barbanegre,“ ſprach Eugen,„ich entſinne mich auch, von ihm gehört zu haben.“
„Ich auch!“ rief Jerome frendig;„es iſt ein aus⸗ gezeichneter Mann, das wahre Normalbild eines äch⸗ ten, alten kaiſerlich Napoleoniſchen Gardiſten. Dein Onkel hat da in ſeinem Auteuil einen vortrefflicen Gedanken gehabt. Wir wären ſonſt im Leben nicht mit dem alten Aegyptier bekannt geworden. Es ſoll ſehr ſchwer halten, bei dem alten Löwen anzu⸗ kommen, namentlich ſo junges Volk wie wir, das überhaupt von der alten Garde über die Achſel an⸗ geſehen wird.“
„Das iſt wahr“ ſprach Eugen,„die alten Bärte behandeln uns recht en hagatelle, und wir verſtehen doch auch zu fechten: bei Lützen haben ſie uns zwar gelobt. Höre, Jerome, daß wir in Bautzen nicht dabei waren, iſt doch ärgerlich.“
„Ich ſollte meinen,“ lächelte Jerome,„Du hätteſt Dich am wenigſten darüber zu beklagen. Während der Kaiſer halb Schleſien eroberte, ſcheinſt Du auch im Erobern nicht zurück geblieben zu ſein. Wenigſtens iſt aller Wahrſcheinlichkeit nach Clärchen Dir ſehr ge⸗ wogen.“
„Ach Gott,“ ſeufzte der junge Gardiſt,„ich wage dieſes Glück nicht zu denken. Ein ſolches himmliſches Kind iſt mir auf Erden noch gar nicht vorgekommen.“
Der Freund, welcher Eugen's einſeitige Antipa⸗ thie gegen alles Nichtfranzöſiſche nur zu gut kannte, und deshalb oft mit ihm in Streit gerieth, konnte ſich bei den Worten des Verliebten eines Lächelns nicht enthalten.
„Aber eine Deutſche, Eugen, bedenke doch,“


