Teil eines Werkes 
12. Band, 1813 : historischer Roman : 3. Theil (1854)
Entstehung
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iſt zu lächerlich, ſonſt würd' ich mich darüber ärgern und dann wollt' ich Euch einen Begriff beibringen von dem, was wahrhafte Freiheit heißt. Bekümmert Euch nicht um Himmels willen, ſondern um der ge⸗ ſunden Vernunft willen, um Euch ſelbſt, bevor Ihr Andern die Moral leſet. Werdet nur das einzige Mal geſcheidt, dumm ſeid Ihr lange genug geweſen. Bekümmert Euch darum nicht um mich, wie ich mich nicht um Euch bekümmere.»An mir iſt nach Euern Begriffen einmal Hopfen und Malz verloren. Laßt mich, zum Teufel, verloren ſein. Was geht's Euch an, welchen Schaden habt Ihr davon? Ich bin ein⸗ mal kein Patriot und mag keiner ſein, wer will mich zwingen? Ich liebe die Franzoſen, den Kaiſer Napo⸗ leon, was kann ich dafür? Jeder hat ſeine Paſſionen.

So vermeide wenigſtens den zu öffentlichen Um⸗ gang mit den Vaterlandsfeinden, ſprach Reinhold in gemäßigterm Tone;es kommt heraus, als ſpotteteſt Du dadurch unſerer Beſtrebungen.

Wenn es ſcheint, daß ich Eurer Beſtrebungen ſpotte, erwiederte Ruffus,giebt dies einen neuen Beweis Eurer Einſeitigkeit und Befannſ Be⸗ fangenen und einſeitigen Leuten zu gefallen, kann ich unmöglich mein Benehmen umändern. Ich werde mich künftig verhalten, wie mir's am zweckmäßigſten er⸗ ſcheint.

Es bedarf wohl eben keiner Befangenheit und Einſeitigkeit, bemerkte Reinhold nicht ohne Gereizt⸗ heit,den ſchroffen Unterſchied zu erkennen, mit wel⸗ cher Zuvorkommenheit ſteinfremde Tyrannenknechte von der Familie Günther, und mit welcher ſie bei andern patriotiſchen Einwohnern aufgenommen werden.

Jetzt ward es Ruffus ebenfalls klar, daß Eifer⸗ ſucht und Patriotismus bei Reinhold Hand in Hand