Jener glaubte, der Freund habe bei ſeiner Straf⸗ rede keinen andern Zweck, als ſeine Schützlinge, die beiden Pariſer, zu bevorworten und gerieth darüber noch mehr in Zorn und Eiferſucht; denn Hoffmann hatte ganz recht gemuthmaßt, die Abneigung Rein⸗ hold's gegen die franzöſiſche Einquartierung bei Ge⸗ heimraths hatte einen doppelten Grund, Nationalhaß und glühende Eiferſucht; letztere nämlich ſeit der Nach⸗ richt, daß die beiden Fremdlinge wie Familienglieder behandelt würden.
„Weißt Du auch,“ fuhr er ziemlich drohend ge⸗ gen Ruffus heraus,„daß Du in unſerm Club ſehr ſchlimmer Gefinnungen angeklagt biſt? Man hält Dich für einen erklärten Anhänger Frankreichs, und falls Du nicht bald Dein Syſtem änderſt, wenigſtens vorſichtiger wirſt und Dich von den Franzoſen zu⸗ rückziehſt, wird man auch Dich für einen Feind er⸗ kennen und ſeine Maßregeln darnach nehmen.“
Dieſe Rede war Ruffus zu arg. Er wollte erſt wegen ihrer Abgeſchmacktheit kein Wort erwiedern; aber die ausgeſprochene Drohung brachte ſein Blut in Wallung.
„Wie?“ frug er,„Ihr, die Ihr die liebe Frei⸗ heit gleichſam in Perſon repräſentiren wollt, könnt es wagen, einen freien Mann, der eben deshalb frei iſt, weil er ſich nicht mit Euren waghalſigen, unüber⸗ legten und unverſtändigen Epxcentricitäten vermengt; weil er ſo unbefangen und human iſt, auch dem Feinde Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, weil er ſich nicht blos einſeitigen, unreifen Thevrien hingiebt, ſondern praktiſch dahinlebt, wie es ihm ſein hausbackner Mut⸗ terwitz und ſein geſundes Herz vorſchreibt— einem ſolchen wahrhaft Freien wollt Ihr ſogenannten Libera⸗ len Vorſchriften machen, wollt ihm drohen? Die Sache


