Teil eines Werkes 
12. Band, 1813 : historischer Roman : 3. Theil (1854)
Entstehung
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Ruffus erwiederte nichts und erkundigte ſich, ob die Wunden des Freundes, die er bei Lützen erhalten, geheilt wären?

Vollkommen, war die Antwort,es könnte mor⸗ gen wieder gegen den Feind gehen, wenn der ein⸗ fältige Waffenſtillſtand nicht dazwiſchen gekommen wäre.

Hoffentlich, daß der Friede daraus hervorgeht, ſprach Ruffus.

Hoffentlich? rügte Reinhold,ſo kann nur ein Vaterlandsfeind, oder ein ſolch' indifferent Gemüth ſprechen wie Du. Was nützen uns Friedensſchlüſſe und Verträge mit einem Bundbrüchigen, bevor er nicht von unſerm guten Schwerte dermaßen zu Boden ge⸗ ſchmettert iſt, daß ihm das Aufſtehen für immer ver⸗ geht. Auch muß das heilige Blut, das bei Lützen und Bautzen gefloſſen, reichlich gebüßt werden an die⸗ ſen fränkiſchen Horden.

Ruffus war es überdrüßig, ſeinem Freunde in Dingen zu widerſprechen, wo er wußte, daß kein Re⸗ den mit ihm war. Er ermahnte aber freundſchaft⸗ lichſt und nachdrücklich, künftig größere Vorſicht bei ſeinen Excurſionen in der Stadt zu beobachten, da er der franzöſiſchen Polizei als eifriger Tugendbünd⸗ ler dringend verdächtig ſei. Zugleich machte er ihm bekannt, daß die beiden jungen Franzoſen, denen er ſeine Rettung aus den Mörderhänden der Marodeurs verdanke, bei ſeiner Familie in Quartier lägen.

Reinhold's Zornader auf der Stirn ſchwoll ſicht⸗ bar an.

Der Teufel dank' es ihnen, ſprach er halblaut und grimmig, doch unterdrückte er den Redeſatz, der ihm auf der Zunge ſchwebte.

Ruffus, den ſolche ſchnöde Undankbarkeit verdroß, ſprach ſich ſehr ernſtlich und rügend darüber aus.