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Pierzehntes Rapitel. D
—ie Nacht des 20. Mai iſt auf ein rauchendes Blut⸗ feld herabgeſunken. Aber noch iſt der Kampf unent⸗ ſchieden. Die Franzoſen haben nur den Uebergang über die Spree erzwungen. Noch ſteht die ganze Armee der Verbündeten in feſter, furchtbarer Stellung. Bereits um fünf Uhr des folgenden Tages beginnen die franzöſiſchen Batterien gegen die feindlichen Li⸗ nien zu ſpielen. Die Colonnen Kleiſt und York ſchließen ihre Reihen. Die preußiſchen Garden und Reſerven ſtehen in zweiter Linie.
Auf franzöſiſcher Seite hat ſich die ganze kaiſer⸗ liche Garde hinter dem Centrum zuſammengedrängt. Ein Hügel verbirgt ſie den Blicken des Feindes. Sie erhält Befehl, ſich zum Angriffe bereit zu halten.
Der Kaiſer, welcher die ganze Nacht Befehle ge⸗ geben, iſt ſo ermüdet, daß er mitten unter den Batte⸗ rien des Herzogs von Raguſa einſchläft.
Zweihundert Kanonen feuerten ununterbrochen ge⸗ gen einander. Auf dem rechten Flügel, wo der Herzog von Reggio commandirt, iſt der Kampf am lebhafteſten. Die Verbündeten fürchten, Ondinot wolle durchbrechen und die Straße von Löbau abſchneiden. Ihre ganze Aufmerkſamkeit iſt auf dieſen Punkt gerichtet. Fort⸗ während marſchiren Verſtärkungen dahin ab. Der Kampf iſt äußerſt ernſthaft.
Der Kaiſer ſchläft, auf ſeinem Feldſtuhle ſitzend, ruhig fort. Da erhebt ſich plötzlich unerwartet auf dem äußerſten linken Flügel der Franzoſen, faſt im Rücken der Verbündeten eine furchtbare Kanvnade. Aller Blicke wenden ſich fragend nach dieſem Punkte.


