Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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lichen, in deren Bruſt das edlere Selbſt ſo begeiſtert wirkt, daß ſie dadurch in allen Verhältniſſen ſiegend oben erhalten werden. So liebte der junge Krieger die reizende Anna mit aller Innigkeit eines reinen, unverdorbenen Gemüth; aber ſobald er gewahrte, daß die ſchöne Blume für einen Dritten glühte, empfand er wohl einen ſeltſam wehmütigen Schmerz, aber keine feindſelige Eiferſucht. Wie ſollte er Reinhold deshalb haſſen, daß er mit ihm harmonirte? Im Ge⸗ gentheile, er begann den Glücklichen zu lieben und pries ſich ſelig, ihn aus ſo drohender Todesgefahr geriſſen zu haben. Welch' ein himmliſches Bewußt⸗ ſein war es für ihn, das ſtille Entzücken des We⸗ ſens zu belauſchen, das tief in ſeinem Herzen wohnte, wie beſeligend war der Gedanke, daß er der Schöpfer der Himmelsfreude ſei. Hätte man die höchſten Opfer verlangt, ſeine ſchöne Seele würde ſie gern und freu⸗ dig den beiden Liebenden gebracht haben.

Eugen war ſeinerſeits nicht weniger für Clärchen begeiſtert und befand ſich gleichfalls in ganz ſeliger Stimmung. Das liebliche Kind wußte in ſeiner Un⸗ ſchuld nicht, welchen Eindruck es in ſeiner holden Natürlichkeit auf den ſchönen Jüngling hervorgebracht hatte, und dachte nicht daran, wie gefährlich Letzterer für ihre eigene Ruhe werden könnte.

Gewaltiges Trompetengeſchmetter rief plötzlich Alle an die Fenſter. Der ganze Platz vor dem innern Pirnaiſchen Thore war mit glänzenden Helmen und Harniſchen franzöſiſcher ſchwerer Cavallerie bedeckt. Die klare Frühlingsſonne ſpiegelte ſich vielfach in dem glänzenden Waffenſchmucke der prachtvoll ausgeſtatteten Cuiraſſiere.

Ach, rief Eugen begeiſtert, alle Herzensange⸗ legenheiten beim Anblicke dieſer impoſanten Reiter⸗