„Daß ſie es diesmal ſehr ernſt meinen,“ geſtand Eugen zu,„iſt unverkennbar. Auch Gefangene haben wir im Ganzen wenig gemacht. Namentlich die preu⸗ ßiſchen Freiwilligen kämpften lieber bis zum letzten Athemzuge, als daß ſie ſich ergeben hätten.“
„Darum halte ich es für's Beſte,“ meinte Ruf⸗ fus,„mit ſolchen deſperaten Leutchen, denen man ihre Deſperativn zumal nicht verargen kann, Frieden zu ſchließen. Der große Napolevn wird darum immer der größte Mann des Jahrhunderts bleiben, wenn er auch Preußen nicht zum zweiten Male erobert.“
„Niemand kann friedfertiger ſein als der Kaiſer,“ verſicherte Jerome eifrig;„mehr als einmal, ja ſogar recht oft hat er die Hand zur Verſöhnung geboten; aber will man denn Frieden, will Rußland Frieden? Als die Franzoſen noch draußen ſtanden in dem ver⸗ maledeiten Lande, ſchwut Alexander, von keinen Frie⸗ densvorſchlägen hören zu wollen, ſo lange ein Fran⸗ zoſe als Feind auf ſeinem Gebiete ſtehe. Nun jetzt ſteht keiner mehr da und ſchon lange nicht mehr; und gleichwohl mag Rußland von keinem Frieden wiſſen. Es will Deutſchland die Freiheit erkämpfen helfen, wie die Proclamationen beſagen; aber unter dem Worte Freiheit iſt hier Polen zu verſtehen, das will es erkämpfen, und zwar ganz allein für ſich. Was hätte Rußland von der deutſchen Freiheit! Man zwingt unſern Kaiſer zum Kriege. Jetzt ſpricht man ſchon von Frankreichs natürlichen Grenzen, daß der Rhein ein deutſcher Strom ſei, daß Napoleon ein Unterlieutnant geweſen, dem gar kein. Thron gebühre. Soll er den Großmüthigen ſpielen, die mit franzöſi⸗ ſchem Blute eroberten Provinzen freiwillig zurückge⸗ ben, Frankreich in ſeine Grenzen vor 91 einſchließen, viekleicht gar vom Throne ſteigen und einem legiti⸗


