Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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trauen, das er noch für die Menſchen in ſeiner Bruſt bewahrte, konnte gar nicht begreifen, wo die Gefahr in ſeinen geſtrigen Reden liegen ſollte; und was Ruffus über die Frau von Sternburg äußerte, hätte er faſt übel genommen.

„Es iſt nicht möglich,“ rief er einmal über das andere im Zimmer auf⸗ und ablaufend aus,„nicht möglich, Du haſt nicht in ihr Herz geblickt, wie ich; hätteſt Du die innige Theilnahme erkannt, womit ſie für die heilige Sache glüht, würdeſt Du anders ſpre⸗ chen. Vorſicht iſt allerdings höchſt nöthig in der jetzi⸗ gen Zeit, aber wo ſich der Himmel ſo überzeugend offenbart, ſoll man da kleinlicher Furcht, Rückſichten und wie die bruſtbeengenden Rathſchläge alle heißen, Gehör geben?“

„Der Gebrannte ſcheut das Feuer,“ antwortete Ruffus trocken;„nicht Alles, was glänzt, iſt Gold; trau, ſchau, wem; Du ſiehſt, ich werde noch zum Sancho Panſa; aber daß die Sache mit Vorſicht be⸗ handelt werden muß, dafür zeugen die Menge Sprich⸗ wörter.“

Es klopfte, ein Bedienter trat herein und brachte eine Einladungskarte zum Souper auf morgen Abend bei Herrn von Ferrier.

„An mich?“ frug Reinhold verwundert ſich die Stirn reibend,„hab' ich doch kaum einige Mal den Namen des Herrn von Ferrier nennen gehört. Mei⸗ nen Empfehl,“ ſprach er zu dem Diener gewendet und dieſer entfernte ſich.„Alſo wirklich an mich?“ frug er wiederholt.

„Falls Du Reinhold Steinberg getauft und be⸗ namt biſt,“ verſetzte Ruffus, nachdem er die Karte geleſen,„wird's wohl nicht anders ſein. Ferrier iſt