Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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Franzoſen den Daumen auf's Auge drücken? Wir wollen in einem Vierteljahre, wenn Du bis dahin als Rebell nicht todtgeſchoſſen biſt, weiter über das Kapitel ſprechen. Daß Ihr Freiheitsleute trotz aller Belehrung ſo wenig Vernunft annehmt. Es ſtünde beim Himmel mit der ganzen ſogenannten Freiheit nicht ſo miſerabel, wenn ihre Bekenner einigermaßen geſcheidter zu Werke gingen und nicht ſo oft das Kind mit dem Bade verſchütteten. Das iſt ja eben der Jammer mit den Liberalen. Sie wiſſen in der Re⸗ gel nicht, was ſie wollen, und wenn ſie ſich's klar bewußt ſind, ſo hat jeder Einzelne wieder ſeine Se⸗ paratanſichten. Der unbeſchränkten Monarchie ſind ſie aus Princip Feind, ſie wollen republikaniſche Inſti⸗ tutionen. Darum heißt's: Viel Köpfe, viel Sinne. Deshalb kommt nichts Kluges zum Vorſchein. Nehmt Euch zum Henker ein Beiſpiel an Euern Gegnern. Seht, die wiſſen, was ſie wollen, die gehen ſicher und wohleoncentrirt auf ihr Ziel, und reuſſiren darum weit öfter. Jetzt mag's noch gehen,“ fuhr er nach einer Pauſe fort,„da iſt die nächſte Angelegenheit, die Franzoſen über den Rhein zu jagen. Hierin ſind die Liberalen einmal alle einverſtanden und conſenti⸗ ren mit Fürſten und Völkern. Darum wird das Un⸗ ternehmen auch gelingen. Aber wie es werden ſoll im deutſchen Lande, wenn die Franzoſen wirklich hin⸗ aus find, was alsdann die Freiheitsfreunde für ſon⸗ derbare Sachen angeben werden, das wird ein Stück entweder zum Todtlachen oder zum Todtweinen. Doch bis dahin hat es noch Zeit. Mir ziemlich einerlei. Am Herzen liegt mir nur, daß Du in der Gegenwart ein wenig geſcheidter zu Werke gehſt.“

Reinhold in ſeiner jugendlichen Unbefangenheit, bei ſeiner geringen Menſchenkenntniß und dem Ver⸗