Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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bund. Ruffus warf dem Freunde einen warnenden Blick zu. Reinhold ſchien ihn nicht zu beachten. Die patriotiſche Wärme, mit welcher ſich Frau von Stern⸗ burg expectorirte, ſo wie die ſchlau angelegten künſt⸗ lichen Wendungen des Geſprächs, drohten dem jun⸗ gen Manne manches in der Bruſt ſorgfältig bewahrte Geheimniß zu entreißen.

Jetzt dünkte es Ruffus Zeit, eine entſcheidende Diverſivn zu machen. Er wandte ſich an Frau von Sternburg mit der Bitte, ein Geſellſchaftsſpiel zu arrangiren. Obſchon dieſer Auftrag ihr etwas un⸗ angenehm kam, war ſie doch weit entfernt, ſich das Geringſte merken zu laſſen; ſie proteſtirte nur mit lachendem Munde gegen das ihr angemuthete Arran⸗ gement. Indeſſen wurde ſie von Reinhold, Ruffus und den Damen dermaßen beſtürmt, daß ſie ein recht geiſtreiches Pfänderſpiel angab. Die gewandte Frau leitete die angenehme Unterhaltung mit der ihr eigen⸗ thümlichen Anmuth und Grazie, und als die verfalle⸗ nen Pfänder ausgelöſ't werden ſollten, wußte ſie die drolligſten Aufgaben und Auslöſungen. So mußte Anna ein bombaſtiſches Lobgedicht auf Napoleon re— eitiren, worüber ſich ihr Patriotismus nicht wenig empörte. Als die Reihe an Reinhold kam, welcher ſeine goldene Uhr nebſt Kette als Pfand gegeben hatte, woran der Pfandſchuldner leicht zu erkennen war, that Frau von Sternburg, als wenn der Fond ihrer ſinnigen Aufgaben erſchöpft wäre. Sie legte nachdenkend die Hand an die ſchöne und geiſtreiche Stirn.

Zum zweiten Male frug die Dame, welche die verfallenen Pfänder beherbergte;„Was ſoll das Pfand thun, das ich in meiner Hand habe?“

„Ich weiß nichts mehr,“ ſprach endlich Frau von

Stolle, ſämmtl. Schriften. Xl. 3