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Die franzöſiſchen Behörden ſind mir, obſchon ganz unnöthiger Weiſe, ohnedies nicht gewogen; wenn nun ſolche handgreifliche Gravamina in meinem eigenen Hauſe vorfallen, ſetze ich mich der größten Unannehm⸗ lichkeit aus. In den gegenwärtig geſpannten Zeit⸗ verhältniſſen erweckt der unbedeutendſte Schein Ver⸗ dacht und bringt Gefahr.“
Ruffus ſuchte den Freund beſtmöglichſt zu ent⸗ ſchuldigen und behauptete, daß Reinhold allerdings höchſt unvorſichtige Aeußerungen gethan habe, bei den heut' Verſammelten aber wohl keine Gefahr zu be⸗ fürchten ſei. Das einzige bedenkliche Geſicht wäre Frau von Sternburg, um ſo mehr, als ſie ſich für den Freund zu intereſſiren ſcheine.
Als Ruffus in das Damenzimmer zurückgekehrt war, fand er auch wirklich genannte Dame mit dem Freunde im Geſpräche vertieft. Sie ließ es ſich an⸗ gelegen ſein, den jungen Mann mit dem ſilbernen Netze ihrer Liebenswürdigkeit zu umſpinnen, doch war es bei Reinhold mehr das politiſche Intereſſe, das ihn zu ſeiner Nachbarin hinzog, als der Zauber der ſchönen Frau.
Dem jungen Günther, der das aufrichtige und unvorſichtige Temperament des Freundes kannte, war dieſer angelegentliche Discurs höchſt unangenehm.
„Entweder,“ ſprach er für ſich,„iſt die Frau in ihn verliebt, oder ſie birgt einen böſen Plan.“ Er ſuchte daher ſo zu manövriren, daß er bald an der andern Seite der Frau von Sternburg zu ſitzen kam. Er beobachtete eine Zeit lang unbemerkt das Geſpräch; es drehte ſich allerdings um politiſche Intereſſen, aber auf eine Art, daß Reinhold weniger Gefahr laufen konnte. Plötzlich aber, und ſcheinbar zufällig, kam die Rede auf den in Dresden verzweigten Tugend⸗


