Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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England u. ſ. w. ſeien dann nur Provinzen Eines großen Reichs, und unter dieſen könne alsdann kein Krieg mehr ausbrechen. Dann gäbe es nur Ein Maß und Gewicht, Einen Münzfuß, Eine Admi⸗ niſtrativn, und die franzöſiſche Sprache wäre das ge⸗ fälligſte Bindemittel der civiliſirten Welt.

Obſchon dieſe Worte nur auf Scherz hinauslie⸗ fen, war doch Reinhold unklug genug, ſie für Ernſt zu nehmen. Er glaubte das beſte Mittel gefunden zu haben, ſich bei Anna zu inſinuiren, und eben ſo erwärmt von dem Gegenſtande, als im Bewußtſein, daß das geliebte Weſen ſeine Anſichten theile, ſprach er ſich ſo unverholen und ſo rückſichtslos gegen das Napoleoniſche Syſtem aus, ließ ſo viele Andeutungen über den in Sachſen und namentlich in Dresden ver⸗ zweigten Tugendbund hindurchblicken, that ſo viel höchſt unkluge und bei den damaligen Zeitumſtänden gefährliche, ja verbrecheriſche Aeußerungen, daß die Anweſenden, nachdem er ſeine Philippika geendet, an⸗ ſtatt Beifall zu zollen, ein faſt unheimliches Schwei— gen beobachteten. Wiewohl der junge Patriot Meh⸗ ren aus der Seele geſprochen hatte, ſo war doch da⸗ mals die Zeit noch nicht gekommen, ſo rückſichtslos die Meinung ſeines Innern auszuſprechen. Selbſt Ruf⸗ fus, den Nichts leicht aus ſeiner humoriſtiſchen Ruhe zu bringen vermochte, rückte ungeduldig auf ſeinem Stuhle hin und her. Er ward plötzlich in ein Ne— benzimmer gerufen. Hier ſtand ſein Vater, der Ge— heimrath.

„Welch' unbeſonnenen Menſchen,“ frug dieſer, „haſt Du mir in's Haus gebracht? Unſere Soirée beſteht faſt nur aus Damen, und dieſe gerade ver⸗ mögen am Wenigſten reinen Mund zu halten. Ich kann auf das Abſcheulichſte compromittirt werden.