Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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ihr zu franzöſiſch geſinnt, theils wollte ſie ſich das Anſehen geben, als zieme es einer ächten Vaterlands⸗ freundin in der jetzigen verhängnißvollen Zeit nicht, ſich in Herzensangelegenheiten einzulaſſen. Bei Rein⸗ hold, der ſich ſo offen und energiſch gegen die Fremd⸗ herrſchaft ausgeſprochen hatte, ſchien ſie nicht abge⸗ neigt, eine Ausnahme eintreten zu laſſen. Als ſie ihm daher die Porzellanſchale mit dem Bisquit prä⸗ ſentirte, ſprach ſie mit vieler Anmuth:„Sie haben recht ſchön geſprochen; ach,“ ſetzte ſie mit einem un⸗ terdrückten Seufzer halb flüſternd hinzu:„wenn ſie alle ſo dächten!“

Der glückliche Reinhold ſchwamm in einem Meere der Glückſeligkeit. Er wagte einen ſcheuen Blick in die ſchönen Augen.

„O, mein Fräulein,“ ſprach er mit ſchöner Wär⸗ me,„ſo denken Tauſende und Beſſere als ich.“

„Dann wird die heilige Sache ſiegen,“ verhieß Anna mit Gewißheit verkündenden Augen.

„Das wird ſie, beim Himmel!“ betheuerte Rein⸗ hold,„oder es müßte keinen Gott der Gerechtigkeit geben.“

Ruffus, der in Geſellſchaft von Damen gern in eine harmloſe und launige Oppoſition trat, behaup⸗ tete, Napoleon dürfe, um ſeinem Ruhme nichts zu vergeben, nicht eher Frieden ſchließen, als bis er die Ruſſen über den Niemen zurückgejagt habe. Er für ſeine Perſon überhaupt würde an des Kaiſers Stelle nicht eher das Schwert in die Scheide ſtecken, als bis er Alleinherrſcher von Europa wäre. Nur dann ſei ein wahrer Friede denkbar. Ein Kaiſer von Europa könne alsdann weit ſegensreicher wirken, als alle der⸗ maligen Kaiſer, Könige und Fürſten zuſammengenom⸗ men. Italien, die Türkei, Deutſchland, Schweden,