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er,„vielleicht nur ein Streiftorps der großen ruſſi⸗ ſchen Armee.“
„Nur Geduld,“ erwiederte Ruffus,„die Kanonen und Grenadiermützen werden nicht ausbleiben. Das kann ein artiges Rencontre geben wegen des Elbüber⸗ ganges; die Franzoſen hier ſcheinen keine große Luſt zu haben, Dresden zu verlaſſen, und werden ſich zu wehren wiſſen.“
„Um Gotteswillen, machen Sie uns nicht bange,“ baten mehre Damen.
„Die Neuſtadt und der neue Anbau wird ſich freilich nicht halten können. Der wird in den näch⸗ ſten Tagen koſakiſch, aber wir Altſtädter bleiben gut napolevoniſch.“
Eine franzöſiſche Patrouille zog jetzt unter den Fenſtern vorüber.
„Hören Sie die feſten, ſichern Tritte dieſer Krie⸗ ger?“ tröſtete Ruffus;„es liegt ſo eine ſiegesgewiſſe Haltung in dem Franzoſen, die dem Verzagteſten Muth einflößt. Ueberdies wird Davvuſt mit zwölf⸗ tauſend Mann von Meißen her erwartet. Mit ih⸗ nen hält er den Orient in Schach, bis der Kaiſer kommt.“
Die kalte Nachtluft wehte zu unfreundlich durch die Straße und trieb die Geſellſchaft in das untere Stockwerk zurück.
Reinholden ward jetzt Muße, auch die jüngere Tochter des Geheimraths, das von Ruffus belobte Clärchen, die erſt vor Kurzem aus der Penſion in das väterliche Haus zurückgekehrt war, zu beobachten. Es war ein blondes, liebliches Geſichtchen von kaum ſiebzehn Jahren, mit blühendſchönen, aber etwas muth⸗ willigen Augen.


