ganze flammende Linie auf den Höhen der Dresdner Haide überſchauen kann.“
Der Vorſchlag fand allgemeinen Beifall und Alles brach auf. Man ſtieg in das zweite Stockwerk des geräumigen und hochgelegenen Hauſes. Hier war die Ausſicht freier.
Auf der Mitternachtsſeite leuchtete eine ziemliche Linie von Wachtfeuern, welche weit in die dunkle Märznacht hinausleuchtete. Dieſe mitternächtliche Röthe hatte aber etwas Unheimliches. Mehre der Damen konnten ſich eines Schauers nicht erwehren.
„So ſind denn dieſe berühmten Feuerleins von Moskau bis Dresden marſchirt,“ ſprach Ruffus,„was man erleben muß!“
„Und werden bald durch ganz Deutſchland leuch⸗ ten,“ fügte Reinhold hinzu.
„Vorausgeſetzt,“ bemerkte Ruffus, der des Freun⸗ des Wort vernommen,„daß ſie der kleine Nap nicht ausputzt oder hinter die Weichſel zurückjagt.“
Eine weibliche Stimme ſprach halblaut:„Sie ſind die nächtliche Aurvra, welche dem großen Freiheits⸗ morgen vorhergeht.“
Clärchen, die neben Ruffus zum Fenſter hinaus⸗ ſah, mußte laut lachen.
„War's nicht Anna?“ frug Letzterer die jüngere Schweſter. Dieſe nickte. Ruffus aber ſprach laut:
„Ich habe eine etwas proſaiſchere Anſicht über dieſe Feuer. Sie kommen mir vor wie Irrlichter oder, auf gut Dresdneriſch, wie Irtwiſche, und ich ſehe nichts Erfreuliches daran.“
Der Geheimrath berechnete jetzt nach dem Um⸗ fange der nächtlichen Bivouaks die ungefähre Stärke der feindlichen Streitmacht.
„Es ſcheinen blos einige Koſakenpulks,“ ſprach


